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Villa Heimann-Rosenthal, erbaut 1864, seit 1991 Jüdisches Museum
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Das Museum
Das Jüdische Museum Hohenems wurde im April 1991 in der Villa Heimann-Rosenthal im Zentrum des ehemaligen jüdischen Viertels eröffnet.
Die 2007 vollständig neu gestaltete Dauerausstellung präsentiert Spannungsfelder jüdischen Lebens im Fokus einer exemplarisch erzählten lokalen Geschichte und ihres Beziehungsraums. Konfrontiert mit den Fragen der Besucher entfaltet die Ausstellung die konkrete Lebenswirklichkeit der Diaspora im Kontext einer europäischen Geschichte von Migration und grenzüberschreitenden Beziehungen, Netzwerken und Globalisierung. Sie stellt Menschen in den Vordergrund, ihre Widersprüche und subjektiven Erfahrungen, ihre Lebensentwürfe und Bräuche: Menschen wie Salomon Sulzer, den Begründer der modernen europäischen Synagogenmusik genauso, wie Hausierer und Gastwirte, Rabbiner und Lehrer, Kaufleute und Fabrikanten, wie die Familie Rosenthal, in deren 1864 erbauter Villa das Museum untergebracht ist.
Seit der Eröffnung des Museums, im Kontakt mit den Nachkommen der Hohenemser Juden in aller Welt und durch vielfache Schenkungen, ist eine große Sammlung von Alltagsgegenständen und persönlichen Dokumenten entstanden, die nun erstmals gezeigt werden können. Moderne Audioguides und Videostationen ermöglichen einen neuen Zugang zu einer "Geschichte von innen".
Die Ausstellung steht in deutscher, englischer und französischer Sprache für ein internationales Publikum bereit. Eine eigene Kinderausstellung von Monika Helfer und Barbara Steinitz eröffnet einem jungen Publikum einen neuen Blick auf die Geschichte und regt den Dialog zwischen den Generation an.
Die Ausstellungsarchitektur von Erich Steinmayr und Fritz Mascher, die Gestaltung durch das Designbüro stecher id und das neue Ausstellungskonzept verwandeln das frühere Wohnhaus bewusst in ein Museum: ein Haus, in dem wir die alte Villa selbst als Exponat wahrnehmen können. So ist die Villa Heimann-Rosenthal heute ein Ort, an dem wir uns der Vielfalt der Geschichten und Objekte annähern können und uns selbst bewusst als "Betrachter" erfahren - ein Ort der Begegnung mit vergangener aber immer noch herausfordernd aktueller Erfahrung.
Entstehungsgeschichte
Schon seit den 1970er Jahren wurde in Hohenems über ein Jüdisches Museum diskutiert. Als die Stadt Hohenems die von einer Fabrikantenfamilie erbaute Villa Heimann-Rosenthal 1983 erwarb und nach einer Nutzung für das Gebäude suchte, wurde bald die Möglichkeit einer Unterbringung in diesem Haus gefordert. Kulturpolitisch engagierte Bürger gründeten 1986 den 'Verein Jüdisches Museum Hohenems', um eine solche Institution einrichten zu können und damit die Möglichkeit zu bieten, jüdische Geschichte, jüdisches Leben und Kultur kennenzulernen.
1989 wurde Kurt Greussing beauftragt, für die von Roland Gnaiger restaurierte Villa ein Museumskonzept zu erarbeiten, das die Geschichte der Juden in Vorarlberg unter der Perspektive des Verhältnisses zwischen Minderheit und Mehrheit veranschaulicht. Beteiligt waren an der Umsetzung Karl Heinz Burmeister, Bernhard Purin, Eva Grabherr und Sabine Fuchs, gemeinsam mit der Architektin Elsa Prochazka und den Grafikern A&H Haller.
Im Jahre 2005 wurde mit dem Umbau des Cafe- und Foyerbereichs des Museums der Startschuss zur Erneuerung des Hauses gegeben, eine Erneuerung, die der entwickelten Sammlung des Museums, dem Forschungsstand und den neuen Fragen jüdischer Gegenwart und Museologie durch eine neue Dauerausstellung Rechnung trägt. Im April 2007 konnte die neue Ausstellung und das technisch erneuerte und klimatisierte Gebäude der Öffentlichkeit zurückgegeben werden.
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