News-Archiv


Politische Bildung

Mit dem 2022 gestarteten und in der Region bisher einzigartigen Projekt #OhneAngstVerschiedenSein wagen wir uns an einen mitunter komplizierten Themenzusammenhang: Die Herausforderungen des Zusammenlebens in einer sich diversifizierenden Gesellschaft vor dem Hintergrund der europäischen Gewaltgeschichte und einer inklusiven und multiperspektivischen Erinnerungskultur.‍

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Fr 14. Juli 2023, 15.00-17.30 Uhr: Eine Fahrradtour von Partenen nach St. Gallenkirch mit Michael Kasper

Beginnend mit den Themen Zwangsarbeit und Widerstand, die in Partenen eng mit der Geschichte der Vorarlberger Illwerke verknüpft sind, wird auf der Route talauswärts regionalen Spuren von Flucht und
Widerstand nachgespürt. Das Schicksal der Gaschurner Krankenschwester Pauline Wittwer, deren Hilfe für Kriegsgefangene im KZ endete, die Widerstandstätigkeit des evangelischen Theologen Emil Fuchs in Gortipohl und die Fluchthilfe Meinrad Juens bzw. die geglückten und gescheiterten Fluchtgeschichten Inge Ginsbergs, Elisabeth und Marta Nehabs sowie Jura Soyfers in St. Gallenkirch werden im Nahbereich der Gebirgsgrenze nachgezeichnet.

Michael Kasper ist Historiker und Leiter der Montafoner Museen.

Eine Veranstaltung in Kooperation mit den Montafoner Museen und dem
Geschichtsverein der Region Bludenz

Ende der Zeitzeugenschaft?

Die Ausstellung „Ende der Zeitzeugenschaft?“, die ab dem 27. Januar 2023 im Haus der Geschichte Österreich am Alma Rosé-Plateau zu sehen ist, erkundet die komplexe Beziehung zwischen Zeitzeug*innen und Interviewer*innen. Sie hinterfragt die „Gemachtheit“ der Zeitzeug*inneninterviews und deutet verschiedene Formen erzählter Erinnerung und ihre gesellschaftliche Rolle seit 1945 vor dem Hintergrund der aktuellen Veränderungen nicht nur neu, sondern thematisiert auch Ansätze zu einem zukünftigen, reflektierten Umgang mit Zeugnissen.

Ende der Zeitzeugenschaft? ist eine Ausstellung des Jüdischen Museums Hohenems und der KZ-Gedenkstätte Flossenbürg in Zusammenarbeit mit dem Haus der Geschichte Österreich (Wien).

In Zusammenarbeit mit:
_erinnern.at_ 
Österreichisches Filmmuseum  
Ludwig Boltzmann Institute for Digital History

Ausstellungsteam:
Direktorin hdgö: Monika Sommer (Wien) | Gesamtprojektleitung, Kuratorin: Anika Reichwald (Hohenems) | Ko-Kurator*innen: Miriam Bürer, Hanno Loewy (Hohenems), Johannes Lauer, Julius Scharnetzky, Christa Schikorra, Jörg Skriebeleit (Flossenbürg) | Wissenschaftliche Recherche: Franziska Völlner, Fabian Wimmer (Hohenems), Annika Scharnagl (Flossenbürg) | Ausstellungsdesign und Grafik: Atelier Stecher (Götzis), Roland Stecher, Thomas Matt mehr 

Link zum Haus der Geschichte Österreich 

Das Jüdische Museum Hohenems erhielt den Österreichischen Museumspreis 2022

Der Österreichische Museumspreis 2022 geht an das Jüdische Museum Hohenems. Der mit 20.000 Euro dotierte Preis wird jährlich durch den Museumsbeirat des BMKÖS für hervorragende Leistungen auf dem Gebiet der Museumsarbeit vergeben.

Die offizielle Verleihung des Preises erfolgte am 13. Oktober im Rahmen des Österreichischen Museumstages im Wappensaal im Landhaus zu Klagenfurt. Die Laudatio hielt der Schriftsteller Vladimir Vertlib (links im Bild). Hier seine Laudatio als pdf .

Als Jury für die Vergabe des Museumspreises fungierte der Museumsbeirat des BMKÖS, bestehend aus: Andrea Bina, Edith Hessenberger, Monika Holzer-Kernbichler, Nadja Al Masri-Gutternig, Niko Wahl.

Auszug aus der Begründung:
„Das Jüdische Museum Hohenems ist ein kleines historisches Museum in einer kleinen Gemeinde im äußersten Westen Österreichs. Die Bedeutung des Museums reicht jedoch weit über den Ort oder die Region hinaus. Das Museum erzählt die Geschichte einer Diaspora Gemeinde, bleibt aber nicht in der Vergangenheit stehen, sondern greift in seinen Ausstellungen aktuelle Themen und Fragen auf, die man sich auch an weit entfernten Orten stellen sollte. […]
Das Museum Hohenems ist ein mutiges Museum, dass sich kein Blatt vor den Mund nimmt, gerne provokante Fragen in den Raum bringt und offen ist für den Diskurs mit allen Interessierten. Die Wichtigkeit des jüdischen Museum Hohenems für die österreichische Museumslandschaft ist unumstritten.“

Staatssekretärin Andrea Mayer: „Das Jüdische Museum Hohenems ist weit mehr als ein Museum. Es ist ein Begegnungs- und Heimatort für viele Menschen – unabhängig von ihrem religiösen Hintergrund. Auch für mich selbst gehört das Jüdische Museum Hohenems zu den Fixpunkten eines Vorarlberg-Aufenthalts. Es ist ein inspirierender Ort, der den Museumsbeirat zurecht überzeugt hat. Ich schließe mich daher gerne an und darf Direktor Hanno Loewy und seinem Team herzlich zu diesem wichtigen Preis gratulieren.“

 

 

 


Direktor Hanno Loewy mit der Urkunde!

 

Fotos: HUDE Fotography

Museumsanalyse – Ausstellungskritik. 

Veranstaltung im Volkskundemuseum Wien, 3.-5. Juni 2022
2021 hat sich unter dem Namen „museumdenken“ ein Netzwerk von Museumsmitarbeiter*innen und Museolog*innen zusammengefunden um über die Zukunft der Institution Museum nachzudenken und sich regelmäßig auszutauschen. Als Medium dient uns die Web-Plattfom www.museumdenken.eu  aber auch Veranstaltungsformate, die wir experimentell erproben wollen.

Unsere nächste Veranstaltung hat zum Ziel, das Museum als Medium der gesellschaftlichen Selbstreflexion öffentlichkeitswirksam zu diskutieren. Es ist unser erster Versuch, einige theoretische Vorannahmen und Beobachtungen zur Entwicklung von Museen in der Praxis anzuwenden und zu erproben. Der Schwerpunkt liegt auf Ausstellungskritik und ihrem „Unterbau“, einer methodisch kontrollierten Ausstellungsanalyse.

Dabei steht die in der Corona-Krise sichtbar gewordene, aber nicht allein von ihr ausgelöste Fragwürdigkeit der gesellschaftlichen Aufgaben der Institution Museum im Fokus: Wir haben diese Krise mit Fragen wie der nach der demokratischen Qualität von Museen, der Erzählbarkeit und Repräsentation von Geschichte in Museen und Ausstellungen für das „Begehen“ von Ausstellungen strukturiert.

In dieser Diskussion spielt auch die Frage nach der Rolle und Verantwortung der Geschichtswissenschaften eine Rolle. Einerseits als ethische Frage (nach der Verantwortung der„Historiker-Zunft“ für die Geschichtskultur), andererseits als Frage nach der Kompetenz der textorientierten Wissenschaft für ein explizit visuelles und gegenständliches Medium, sowie auch nach Wechselwirkungen von aktueller Entwicklung des Fachs und Rezeption dieser Entwicklung an Museen und für Ausstellungen.

Es wird „Besuche“ in Gruppen in einer Reihe von Museen und Ausstellungen geben, deren methodische Gestaltung den jeweiligen Teilnehmerinnen freisteht. Im Anschluss soll gemeinsam über die Erfahrungen berichtet und diskutiert werden.

Aktuelles bei museumdenken 

Di 24. Mai 2022, 19:30 Uhr

Di, 24. Mai 2022, 19:30-21:30 Uhr Vladimir Vertlib – Zebra im Krieg. Roman nach einer wahren Begebenheit Eine Lesung mit dem Autor Vladimir Vertlib, anschließend im Gespräch mit Hanno Loewy und Jürgen Thaler

Liebevoller Vater und wütender Hassposter: Paul ist beides, und als er im Netz bloßgestellt wird, kämpft er um seine Würde, Familie – und sein Leben.

Wir öffnen wieder am Sonntag, den 12. Dez 2021

Liebe Freundinnen und Freunde, sehr geehrte Damen und Herren,

als Maßnahme zur Eindämmung des Corona-Virus bleiben das Jüdische Museum Hohenems, das Museumscafé, die Bibliothek und das Büro des Museums bis 11. Dezember 2021 geschlossen. Jetzt ist wieder Solidarität gefragt – wir müssen aufeinander schauen und diese Krise gemeinsam bewältigen.

Alle Veranstaltungen und Vermittlungsprogramme sind ebenfalls zunächst bis 11. Dezember 2021 abgesagt, wenn möglich, werden wir diese aber nachholen. Aktuelle Informationen finden Sie auf unserer Homepage und unsere Social-Media-Kanäle.

Unsere Ausstellung „Am Rand. zusammen leben in der Untergass'“  wurde erst kürzlich eröffnet und muss nun leider schon wieder geschlossen bleiben. Zur Ausstellung ist aber ein schönes kleines Fotobuch mit Fotografien von Dietmar Walser und Illustrationen von Milan Loewy erschienen. Online-Bestellungen sind selbstverständlich möglich. Schauen Sie in unseren Shop. 

Für alle, die an unseren letzten Veranstaltungen nicht teilnehmen konnten und in den nächsten Tagen vielleicht ein wenig Zeit finden, gibt es auf unserem YouTube Kanal  die Möglichkeit sich vergangene Veranstaltungen anzusehen.

Die meisten Mitarbeiter*innen des Museums arbeiten – teils im Homeoffice, teils im Museum – und wo nicht anders möglich, in Kurzarbeit. Wir sind gut per E-Mail erreichbar, bitten aber um Verständnis, sollten Sie uns nicht sofort erreichen.

Wir freuen uns darauf, Sie bald wieder im Museum begrüßen zu dürfen. Bis dahin wünschen wir Ihnen alles Gute, achten Sie auf sich und alle Menschen, die Hilfe brauchen und bleiben Sie gesund!

Hanno Loewy
und das Team des Jüdischen Museums Hohenems

 

 

News – Maecenas Ö1-Publikumspreis 2017

Das Jüdische Museum Hohenems erhält den Maecenas Ö1-Publikumspreis 30.11.2017

Das unabhängige Wirtschaftskomitee Initiativen Wirtschaft für Kunst  (IWK) vergab heuer bereits zum 29. Mal zusammen mit dem ORF den Österreichischen Kunstsponsoringpreis MAECENAS für die Förderung von Kunstprojekten.

Diesmal wurde am 29. November 2017 wieder der Maecenas Ö1-Publikumspreis vergeben, aus dem das Jüdische Museum Hohenems mit mehr als 50% der Voten bei fünf starken Mitbewerbern mit großem Vorsprung als Sieger hervorging.

Verantwortung für eine gelingende zivile Gesellschaft nimmt das Jüdische Museum Hohenems seit vielen Jahren wahr – oft auch gemeinsam mit Partnern aus der Wirtschaft. Schon 2007 wurde für die Zusammenarbeit die Firma Collini mit einem Maecenas-Preis ausgezeichnet. Aber auch mit anderen Wirtschaftsunternehmen arbeitet das Museum eng zusammen, so zum Beispiel mit der Firma Tectum in Hohenems oder der Dornbirner Sparkasse, mit den Vorarlberger Kraftwerken und vielen Hohenemser Dienstleistungsunternehmen.

Eine langjährige Zusammenarbeit verbindet das Jüdische Museum mit der Vorarlberger Wirtschaftskammer und den Tourismusinstitutionen in Vorarlberg. Gemeinsam engagieren wir uns für innovative Konzepte eines kultur- und geschichtsbewussten Tourismus und für einen offenen Umgang der Region mit Menschen, die zu uns kommen. Gemeinsam mit unseren Sponsoren arbeiten wir daran, das Museum zu einem Ort des zivilen Miteinanders zu machen, geprägt von der Anerkennung des „Anderen“.

Der „Maecenas“ wurde 2017 in folgenden Kategorien vergeben:
* Bestes Kunstsponsoring „Klein- und Mittelbetriebe“
* Bestes Kunstsponsoring „Grossunternehmen“ und
* Sonderpreis „Kunst & Kultur – für Kulturanbieter“.
* Maecenas Ö1-Publikumspreis

Im vergangenen Jahr hat das Museum den Sonderpreis „Kunst&Kultur – für Kulturanbieter“ erhalten. Damals urteilte die Jury:
„Ein Museum des 21. Jahrhunderts sammelt nicht einfach gerahmtes oder verglastes Gedächtnis. Das Museum ist eine Brücke zwischen Erinnerung und Engagement – also genau das, was das Jüdische Museum in Hohenems schon seit 25 Jahren ist. Hier wird die historische Vielschichtigkeit Europas erlebbar. Hier wird diese zum Vergrößerungsglas, durch das aktuelle Entwicklungen wie Immigration und Integration betrachtet und begriffen werden können. In den letzten zwei Jahren reflektierten Ausstellungen die Lebenswelt der Juden im Habsburgerreich ebenso wie die jüdischen Beiträge zur globalen Musikkultur. Bis Februar 2017 werden die Museumsbestände vor Augen geführt. Wer die Gegenstände sieht, prüft zugleich die Werte des Sammelns. Was soll, ja darf übrig bleiben? Das ist eine materielle Frage. Vielmehr ist es aber eine geistige. Und ein Auftrag für ein Museum, das seinen Platz in der Mitte der Gesellschaft sieht. Die Vielzahl der weiteren qualitativ hohen Projekte wie Ausstellungen, Museums-vermittlung und Kulturtourismus-aktivitäten sowie die professionelle Einbindung der Sponsoren fördert die Kultur des Zusammenlebens und die Attraktivität des Standorts Hohenems in Vorarlberg“, lobt die Jury.

www.maecenas.at