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Kinderschutzkonzept

Das Jüdische Museum Hohenems ist ein Ort der Erinnerung und der Gegenwart mit internationaler Ausstrahlung. Dem Gedächtnis einer jüdischen Gemeinde und ihres grenzüberschreitenden Beziehungsraums gewidmet, versteht es sich als Ort der Begegnung, der Aufklärung, der demokratischen Vielfalt und der Verteidigung der Menschenrechte. Jüdische Geschichte wird hier als integraler Bestandteil europäischer Geschichte betrachtet. Das Museum begreift sich als Gastgeber eines vielstimmigen, selbstkritischen und für thematische Überraschungen offenen Diskurses.

Die Vermittlung von Wissen über Geschichte und Gegenwart und das Wecken von Interesse an gegenwärtigen und historischen gesellschaftlichen Fragen stehen demzufolge auch im Mittelpunkt unserer Arbeit mit Kindern und Jugendlichen. Deshalb ist es uns wichtig, auch für unsere jungen Gäste Orte, Räume und Möglichkeiten für ihre Fragen und Interessen zu schaffen. Und es ist bedeutsam, dass diese Räume geschützt sind.

Mit diesem Kinderschutzkonzept verpflichten wir uns deshalb, die Rechte von Kindern und Jugendlichen zu achten und den Schutz vor Gewalt, Missbrauch und Grenzverletzungen jeglicher Art zu gewährleisten.

Das ganze Konzept finden Sie hier:
Das Kinderschutzkonzept des Jüdischen Museums Hohenems (pdf) 

 

#OhneAngstVerschiedenSein

Präsentation der Dokumentation und Evaluierung des Projekts 2022-2024

Am Donnerstag, 19.01.2026 wurde die Dokumentation und Evaluierung von #OhneAngstVerschiedenSein 2022–2024 im Jüdischen Museum Hohenems vor Vertreter*innen der Presse sowie einem interessierten Publikum präsentiert. Neben einem umfassenden Einblick in die Entwicklung, die Inhalte sowie Arbeitsweisen von #OhneAngstVerschiedenSein wurde auch der anhaltend hohe Bedarf an außerschulischen Bildungsangeboten im Kontext von Antisemitismus und Rassismus in Vorarlberg deutlich hervorgehoben.

Nach der Begrüßung durch Direktor Hanno Loewy und den Dankesworten an Wegbegleiter*innen sowie Fördergebende kam Bildungsrätin Barbara Schöbi-Fink zunächst auf die wichtige Zusammenarbeit außerschulischer Bildungsangebote wie #OhneAngstVerschiedenSein mit Schulen zu sprechen.

„Schule ist ein Ort, an dem sich unsere gesellschaftlichen Entwicklungen sehr unmittelbar zeigen. Gerade in Zeiten multipler Krisen brauchen Lehrkräfte verlässliche Unterstützung – fachlich fundiert, praxisnah und in Kooperation mit starken Partnern“, betonte Schöbi-Fink. „Externe Partnerschaften erweitern den Handlungsspielraum der Schulen: Sie bringen Expertise, erprobte Methoden und zusätzliche Perspektiven in die Bildungsarbeit – und entlasten damit auch im Schulalltag.“

Darauf aufbauend unterstrich auch Landesrat Daniel Allgäuer die Bedeutung der Zusammenarbeit über Ressortgrenzen hinweg: „Prävention und gesellschaftlicher Zusammenhalt gelingen am besten, wenn Bildung, Integration und Zivilgesellschaft an einem Strang ziehen – mit klaren Rollen und professionellen Angeboten.“

Antisemitismus- und rassismuskritische Bildung als konkretes Unterstützungsangebot

Das Projekt #OhneAngstVerschiedenSein arbeitet antisemitismus- und rassismuskritisch und bietet Workshops für Kinder und Jugendliche sowie Fortbildungen für Multiplikatorinnen und Multiplikatoren in schulischer und außerschulischer Bildungsarbeit an. Zentrale Leitidee, so hob Anita Niegelhell, Leitung der Kulturvermittlung des JMH hervor, ist es, die Gesprächsfähigkeit der Teilnehmer*innen zu stärken und Handlungssicherheit zu vermitteln – gerade dort, wo Themen wie Identität, soziale Ungleichheit, Erfahrungen von Diskriminierung sowie emotional und kontrovers diskutierte Themen im Schulkontext verunsichern können.

Ausgehend davon betonte auch Franziska Völlner, Leiterin von #OhneAngstVerschiedenSein die Bedeutung demokratiepädagogischer Ansätze. Eine ganzheitliche und nachhaltige Bewusstseinsbildung in Bezug auf soziale Ungleichheiten und Diversität in Vorarlberg sowie das Empowerment der Teilnehmenden zur aktiven Teilhabe und Partizipation am gesellschaftlichen Diskurs wurden ebenfalls als zentrale Ziele der Angebote und Formate benannt.

Dementsprechend richtet sich das Projekt neben Kindern und Jugendlichen sowie Multiplikator*innen der schulischen und außerschulischen Bildung ausdrücklich an die gesamte Vorarlberger Gesellschaft – getragen von der Überzeugung, dass es alle braucht, um Antisemitismus und Rassismus wirksam entgegenzutreten.

Evaluierung der Angebote und Formate liefert Handlungsimpulsive
Die von Eva Häfele im April und Mai 2024 umgesetzte, externe Evaluierung der Angebote von #OhneAngstVerschiedenSein bestätigt die hohe fachliche Qualität und Wirkung der Bildungsarbeit. Zugleich liefert sie konkrete Handlungsempfehlungen für deren Weiterentwicklung.

Zentrale Rückmeldungen – etwa zur thematischen Ausdifferenzierung, zum Ausbau von Kooperationen sowie zur kontinuierlichen Anpassung der Formate – wurden bereits aufgegriffen und fließen schrittweise in die laufende Arbeit ein. Damit wird sichergestellt, dass die Angebote und Formate von #OhneAngstVerschiedenSein auch in Zukunft bedarfsorientiert weiterentwickelt und nachhaltig am Jüdischen Museum Hohenems verankert werden.

Mit der Präsentation der Evaluierungsergebnisse wird der Anspruch unterstrichen, Maßnahmen nicht nur gut zu meinen, sondern auch wirksam und nachvollziehbar weiterzuentwickeln – damit externe Partnerschaften für Schulen dort ansetzen, wo sie im Alltag tatsächlich helfen.

Fortsetzung als Projektstelle 2025–2027
Um Schulen und Bildungseinrichtungen weiterhin verlässlich zu unterstützen, hat die Vorarlberger Landesregierung eine Förderung der Projektstelle „#OhneAngstVerschiedenSein“ für 2025 bis 2027 in Höhe von bis zu 67.000 Euro pro Jahr beschlossen. Bis zu 7.000 Euro werden von der Bildungsdirektion zur Verfügung gestellt, die verbleibenden 60.000 Euro werden je zur Hälfte von der Abteilung Soziales und Integration sowie der Abteilung Wissenschaft und Weiterbildung getragen.

Weitere Informationen zur Projektstelle sowie Formaten und Angeboten finden Sie hier: https://www.jm-hohenems.at/vermittlung/oavs 

 

Titelbild: v.l.n.r.: Landesrat Daniel Allgäuer, Bildungsrätin Barbara Schöbi-Fink, Anita Niegelhell (Leitung Kulturvermittlung), Franziska Völlner (Leiterin von #OhneAngstVerschiedenSein) und Museumsdirektor Hanno Loewy.

Nachfolgerin von Hanno Loewy

Irene Aue-Ben-David wird im April 2026 die Leitung des Jüdischen Museums Hohenems übernehmen. Sie folgt in dieser Funktion Hanno Loewy nach, der nach über zwanzig Jahren an der Spitze des international renommierten Museums in Pension geht. Irene Aue-Ben-David (52) ist Historikerin und leitet seit 10 Jahren das internationale Forschungsinstitut Leo Baeck für deutsch-jüdische Geschichte in Jerusalem.

Mit der Bestellung von Irene Aue-Ben-David folgt der Vorstand des Trägervereins des Jüdischen Museums der einstimmigen Empfehlung der mit internationalen Expert:innen und Vertretern der Träger besetzten Findungskommission. Der Trägervereins des Museums hatte die Stelle im Mai international ausgeschrieben und einen zweistufigen Bewerbungsprozess mit Hearing der Kandidat:innen vor einer Findungskommission durchgeführt. Träger des Jüdischen Museums Hohenems sind die Stadt Hohenems, das Land Vorarlberg und der Förderverein Jüdisches Museum Hohenems.

Irene Aue-Ben-David hat an der Universität Göttingen in Neuerer Geschichte promoviert. Bis 2017 war sie als wissenschaftliche Mitarbeiterin, Projektleiterin und Kuratorin vorwiegend in Israel tätig. Seit 2015 leitet sie das Leo Baeck Institut in Jerusalem. Die nach dem Rabbiner, Holocaust-Überlebenden und bedeutenden Vertreter des liberalen deutschen Judentums benannte Forschungs- und Dokumentationseinrichtung hat Standorte in Jerusalem, London, New York und Berlin. Das Institut forscht auf dem Gebiet der deutsch-jüdischen Geschichte und Kultur und vermittelt in seinen breiten Veranstaltungen und Projekten die liberalen Werte und Erfahrungen des deutschsprachigen Judentums einer breiten Öffentlichkeit – immer mit Blick auf die Relevanz der Themen für die Gegenwart.

Mit ihrer fachlichen Exzellenz, ihren Führungsqualitäten, analytischen und kommunikativen Fähigkeiten, Einsatzbereitschaft und ihrer Begeisterungsfähigkeit überzeugte Irene Aue-Ben-David die Findungskommission. Dem Trägerverein empfahl die Kommission deshalb, sie als Bestqualifizierte mit der Leitung des Museums zu betrauen. Kürzlich konnten die Vertragsverhandlungen erfolgreich abgeschlossen werden. Am 15. Dezember wird Irene Aue-Ben-David für ein erstes Kennenlernen mit dem Museumsteam und eine Pressekonferenz nach Vorarlberg kommen.

Irene Aue-Ben-David, geb. 1972 in Hildesheim
2010: Promotion in Neuerer Geschichte an der Georg-August-Universität Göttingen. Thema der Dissertation: Selma Stern als Historikerin. Die Geschichte der Werke „Der preußische Staat und die Juden“ und „Jud Süß“.
2002 – 2017: verschiedene Aufgaben als wissenschaftliche Mitarbeiterin, Projektleiterin, Kuratorin, Forschungsassistentin, Redaktionsleitung vorwiegend in Israel. Ab 2015: Direktorin des Leo Baeck Instituts, Jerusalem

Findungskommission: Die vom Vereinsvorstand eingerichtete Kommission war international besetzt. Ihr gehörten vier Expert:innen aus den Bereichen Judaistik, Kulturwissenschaft, Museologie an (Denise Tonella, Direktorin Schweizerisches Nationalmuseum, Emile Schrijver, Generaldirektor Jüdisches Kulturviertel Amsterdam, Felicitas Heimann-Jelinek, ehemalige Chefkuratorin des Jüdischen Museums der Stadt Wien, Michael Kasper, Direktor Vorarlbergmuseum), je ein/e Vertreter:in der Träger (Claudia Voit, Dieter Egger, Brigitte Plemel) und ein Mitglied des Teams (Anita Niegelhell). Den Vorsitz führt der Obmann des Trägervereins (Romuald Kopf) ohne Stimmrecht.

Foto: Ole Witt

Neue Online-Publikation

Yalla. Arabisch-jüdische Berührungen
Herausgegeben von Anika Reichwald
im Auftrag des Jüdischen Museums Hohenems

Redaktion: Dinah Ehrenfreund, Hanno Loewy
Übersetzungen: Kirsten Lehmann, Lilian Dombrowski
Gestaltung: Thomas Matt
Fotos: Dietmar Walser, Thomas Matt
ISBN 978-3-200-10568-3

 

 

Grenzüberschreitende Zusammenarbeit:

Grenzüberschreitende Zusammenarbeit: Aufbau des Vermittlungszentrums Flucht in Diepoldsau vereinbart

2023 fällte der Schweizer Bundesrat eine Grundsatzentscheidung zur Einrichtung eines Schweizer Memorials für die Opfer des Nationalsozialismus. Das Projekt basiert auf den drei Pfeilern Erinnern – Vermitteln -Vernetzen. In der Bundesstadt Bern entsteht der Erinnerungsort und an der Grenze im St. Galler Rheintal ein Vermittlungszentrum, das sich insbesondere mit der Geschichte der Flucht während der NS-Zeit befassen wird. Die Wahl für den Standort des geplanten Vermittlungszentrums fiel auf Diepoldsau, wo am Altarm des Rheins insbesondere im Sommer 1938 viele Menschen Rettung vor der nationalsozialistischen Verfolgung gesucht hatten.

Mit der Gründung des Vereins „Netzwerk Schweizer Memorial für die Opfer des Nationalsozialismus“ geht das Projekt nun in die konkrete Planungsphase. Nachdem der Kanton St.Gallen in den letzten zwei Jahren gemeinsam mit weiteren Partnern eine federführende Rolle übernommen hat, übernimmt der Netzwerkverein, der durch das Schweizer Bundesamt für Kultur BAK finanziert wird, jetzt die Verantwortung und beauftragt das Jüdische Museum Hohenems mit der Entwicklung dieses einzigartigen, transnationalen Vermittlungsortes. Am Jüdischen Museum Hohenems wird dazu die „Arbeitsstelle Schweizer Memorial Vermittlungszentrum Flucht“ eingerichtet. Die Vereinbarung gilt zunächst bis Ende 2028.

Damit ist die inhaltliche Kontinuität des Projekts gesichert: Der Prozess der Entwicklung und die geplante Einrichtung des Vermittlungszentrum Flucht im St. Galler Rheintal an der Grenze zwischen der Schweiz und Österreich nehmen Fahrt auf!

 

Verein „Netzwerk Schweizer Memorial an die Opfer des Nationalsozialismus“ beauftragt das Jüdische Museum Hohenems!Weiter in guten Händen: das geplante Vermittlungszentrum Flucht in Diepoldsau
In den letzten zwei Jahren hat der Kanton St.Gallen gemeinsam mit weiteren Partnern eine federführende Rolle übernommen, um das Projekt des Vermittlungszentrum zu initiieren. Mit dem Bundesratsentscheid von 2023 und im Rahmen verschiedener Leistungsvereinbarungen haben Barbara Thimm und Ayat Solsaeva – gemeinsam mit dem vom Kanton St.Gallen berufenen wissenschaftlichen Beirat – am Jüdische Museum Hohenems die Grundlagen für den nun erfolgten offiziellen Projektstart geschaffen. Es galt die Finanzierung zu planen, konzeptionelle Ideen für den Standort zu entwickeln, für breite Vernetzung zu sorgen und nicht zuletzt im Juni 2024 eine erste große Tagung in St.Gallen durchzuführen.

Inzwischen ist der Verein „Netzwerk Schweizer Memorial für die Opfer des Nationalsozialismus“ gegründet. Dessen Aufbau und Tätigkeiten, insbesondere die Förderung der Errichtung des Vermittlungszentrums Flucht im St.Galler Rheintal, werden vom Schweizer Bundesamt für Kultur BAK finanziert. Seit dem 1.Juli 2025 ist es also der Netzwerkverein, der das Jüdische Museum Hohenems beauftragt, das geplante Zentrum weiterzuentwickeln – und dazu die „Arbeitsstelle Schweizer Memorial Vermittlungszentrum Flucht“ einzurichten. Die Vereinbarung gilt zunächst bis Ende 2028. Weitere Mittel müssen noch eingeworben werden. Vor allem dann, wenn es schließlich um die Errichtung des Zentrums gehen wird.

Aber auch inhaltlich wurde es schon sehr konkret: Der Hör-Radweg „Über die Grenze“  wurde um weitere Stationen auch in der Schweiz erweitert und zurzeit entsteht die Ausstellung „Rettende Schweiz? Flucht im Rheintal“  am Museum Prestegg in Altstätten, die vom Jüdischen Museum kuratiert wird. Sie wird am 31.August 2025 eröffnet und eineinhalb Jahre zu sehen sein, begleitet von einem dichten Programm mit Lesungen, Exkursionen, Filmbeiträgen.

 

 

Das neue Leitbild

Das neue Leitbild des Jüdischen Museums Hohenems

In einem partizipativen Prozess unter breiter Beteiligung von Beirat, Vorstand, Trägern, Freund:innen des Museums, unseren Mitarbeiter:innen und Expert:innen aus der Kultur- und Museumswelt haben wir eine neues Leitbild für das Jüdische Museum Hohenems entwickelt, das am 23. April 2025 vom Vorstand beschlossen worden ist. Das bisherige Leitbild stammt aus dem Jahr 2000 und ist von der Entwicklung unseres Museums in den letzten 25 Jahren überholt worden, so das eine Neuformulierung überfällig war. Danke an alle, die an den intensiven Diskussionen darüber in den letzten Monaten beteiligt waren!

Das neue Leitbild des Jüdischen Museums Hohenems (pdf) 

Politische Bildung

Mit dem 2022 gestarteten und in der Region bisher einzigartigen Projekt #OhneAngstVerschiedenSein wagen wir uns an einen mitunter komplizierten Themenzusammenhang: Die Herausforderungen des Zusammenlebens in einer sich diversifizierenden Gesellschaft vor dem Hintergrund der europäischen Gewaltgeschichte und einer inklusiven und multiperspektivischen Erinnerungskultur.‍

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Fr 14. Juli 2023, 15.00-17.30 Uhr: Eine Fahrradtour von Partenen nach St. Gallenkirch mit Michael Kasper

Beginnend mit den Themen Zwangsarbeit und Widerstand, die in Partenen eng mit der Geschichte der Vorarlberger Illwerke verknüpft sind, wird auf der Route talauswärts regionalen Spuren von Flucht und
Widerstand nachgespürt. Das Schicksal der Gaschurner Krankenschwester Pauline Wittwer, deren Hilfe für Kriegsgefangene im KZ endete, die Widerstandstätigkeit des evangelischen Theologen Emil Fuchs in Gortipohl und die Fluchthilfe Meinrad Juens bzw. die geglückten und gescheiterten Fluchtgeschichten Inge Ginsbergs, Elisabeth und Marta Nehabs sowie Jura Soyfers in St. Gallenkirch werden im Nahbereich der Gebirgsgrenze nachgezeichnet.

Michael Kasper ist Historiker und Leiter der Montafoner Museen.

Eine Veranstaltung in Kooperation mit den Montafoner Museen und dem
Geschichtsverein der Region Bludenz

Ende der Zeitzeugenschaft?

Die Ausstellung „Ende der Zeitzeugenschaft?“, die ab dem 27. Januar 2023 im Haus der Geschichte Österreich am Alma Rosé-Plateau zu sehen ist, erkundet die komplexe Beziehung zwischen Zeitzeug*innen und Interviewer*innen. Sie hinterfragt die „Gemachtheit“ der Zeitzeug*inneninterviews und deutet verschiedene Formen erzählter Erinnerung und ihre gesellschaftliche Rolle seit 1945 vor dem Hintergrund der aktuellen Veränderungen nicht nur neu, sondern thematisiert auch Ansätze zu einem zukünftigen, reflektierten Umgang mit Zeugnissen.

Ende der Zeitzeugenschaft? ist eine Ausstellung des Jüdischen Museums Hohenems und der KZ-Gedenkstätte Flossenbürg in Zusammenarbeit mit dem Haus der Geschichte Österreich (Wien).

In Zusammenarbeit mit:
_erinnern.at_ 
Österreichisches Filmmuseum  
Ludwig Boltzmann Institute for Digital History

Ausstellungsteam:
Direktorin hdgö: Monika Sommer (Wien) | Gesamtprojektleitung, Kuratorin: Anika Reichwald (Hohenems) | Ko-Kurator*innen: Miriam Bürer, Hanno Loewy (Hohenems), Johannes Lauer, Julius Scharnetzky, Christa Schikorra, Jörg Skriebeleit (Flossenbürg) | Wissenschaftliche Recherche: Franziska Völlner, Fabian Wimmer (Hohenems), Annika Scharnagl (Flossenbürg) | Ausstellungsdesign und Grafik: Atelier Stecher (Götzis), Roland Stecher, Thomas Matt mehr 

Link zum Haus der Geschichte Österreich 

Das Jüdische Museum Hohenems erhielt den Österreichischen Museumspreis 2022

Der Österreichische Museumspreis 2022 geht an das Jüdische Museum Hohenems. Der mit 20.000 Euro dotierte Preis wird jährlich durch den Museumsbeirat des BMKÖS für hervorragende Leistungen auf dem Gebiet der Museumsarbeit vergeben.

Die offizielle Verleihung des Preises erfolgte am 13. Oktober im Rahmen des Österreichischen Museumstages im Wappensaal im Landhaus zu Klagenfurt. Die Laudatio hielt der Schriftsteller Vladimir Vertlib (links im Bild). Hier seine Laudatio als pdf .

Als Jury für die Vergabe des Museumspreises fungierte der Museumsbeirat des BMKÖS, bestehend aus: Andrea Bina, Edith Hessenberger, Monika Holzer-Kernbichler, Nadja Al Masri-Gutternig, Niko Wahl.

Auszug aus der Begründung:
„Das Jüdische Museum Hohenems ist ein kleines historisches Museum in einer kleinen Gemeinde im äußersten Westen Österreichs. Die Bedeutung des Museums reicht jedoch weit über den Ort oder die Region hinaus. Das Museum erzählt die Geschichte einer Diaspora Gemeinde, bleibt aber nicht in der Vergangenheit stehen, sondern greift in seinen Ausstellungen aktuelle Themen und Fragen auf, die man sich auch an weit entfernten Orten stellen sollte. […]
Das Museum Hohenems ist ein mutiges Museum, dass sich kein Blatt vor den Mund nimmt, gerne provokante Fragen in den Raum bringt und offen ist für den Diskurs mit allen Interessierten. Die Wichtigkeit des jüdischen Museum Hohenems für die österreichische Museumslandschaft ist unumstritten.“

Staatssekretärin Andrea Mayer: „Das Jüdische Museum Hohenems ist weit mehr als ein Museum. Es ist ein Begegnungs- und Heimatort für viele Menschen – unabhängig von ihrem religiösen Hintergrund. Auch für mich selbst gehört das Jüdische Museum Hohenems zu den Fixpunkten eines Vorarlberg-Aufenthalts. Es ist ein inspirierender Ort, der den Museumsbeirat zurecht überzeugt hat. Ich schließe mich daher gerne an und darf Direktor Hanno Loewy und seinem Team herzlich zu diesem wichtigen Preis gratulieren.“

 

 

 


Direktor Hanno Loewy mit der Urkunde!

 

Fotos: HUDE Fotography