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Aktuelle Ausstellung – 16. Nov 2025 bis 04. Okt 2026

„Die Morgenländer. Jüdische Forscher und Abenteurer auf der Suche nach dem Eigenen im Fremden“ | 16. November 2025 bis 04. Oktober 2026 | Mit der Ausstellung „Die Morgenländer“ schauen wir auf die Entstehung der Orientwissenschaften im 19. Jahrhundert und machen eine überraschende Erkenntnis stark: Die Entwicklung der Islamwissenschaften, der Arabistik und der Orientalistik war eng mit der Wissenschaft des Judentums, mit Emanzipation und Reform verbunden.

Kinderschutzkonzept

Das Jüdische Museum Hohenems ist ein Ort der Erinnerung und der Gegenwart mit internationaler Ausstrahlung. Dem Gedächtnis einer jüdischen Gemeinde und ihres grenzüberschreitenden Beziehungsraums gewidmet, versteht es sich als Ort der Begegnung, der Aufklärung, der demokratischen Vielfalt und der Verteidigung der Menschenrechte. Jüdische Geschichte wird hier als integraler Bestandteil europäischer Geschichte betrachtet. Das Museum begreift sich als Gastgeber eines vielstimmigen, selbstkritischen und für thematische Überraschungen offenen Diskurses.

Die Vermittlung von Wissen über Geschichte und Gegenwart und das Wecken von Interesse an gegenwärtigen und historischen gesellschaftlichen Fragen stehen demzufolge auch im Mittelpunkt unserer Arbeit mit Kindern und Jugendlichen. Deshalb ist es uns wichtig, auch für unsere jungen Gäste Orte, Räume und Möglichkeiten für ihre Fragen und Interessen zu schaffen. Und es ist bedeutsam, dass diese Räume geschützt sind.

Mit diesem Kinderschutzkonzept verpflichten wir uns deshalb, die Rechte von Kindern und Jugendlichen zu achten und den Schutz vor Gewalt, Missbrauch und Grenzverletzungen jeglicher Art zu gewährleisten.

Das ganze Konzept finden Sie hier:
Das Kinderschutzkonzept des Jüdischen Museums Hohenems (pdf) 

 

#OhneAngstVerschiedenSein

Präsentation der Dokumentation und Evaluierung des Projekts 2022-2024

Am Donnerstag, 19.01.2026 wurde die Dokumentation und Evaluierung von #OhneAngstVerschiedenSein 2022–2024 im Jüdischen Museum Hohenems vor Vertreter*innen der Presse sowie einem interessierten Publikum präsentiert. Neben einem umfassenden Einblick in die Entwicklung, die Inhalte sowie Arbeitsweisen von #OhneAngstVerschiedenSein wurde auch der anhaltend hohe Bedarf an außerschulischen Bildungsangeboten im Kontext von Antisemitismus und Rassismus in Vorarlberg deutlich hervorgehoben.

Nach der Begrüßung durch Direktor Hanno Loewy und den Dankesworten an Wegbegleiter*innen sowie Fördergebende kam Bildungsrätin Barbara Schöbi-Fink zunächst auf die wichtige Zusammenarbeit außerschulischer Bildungsangebote wie #OhneAngstVerschiedenSein mit Schulen zu sprechen.

„Schule ist ein Ort, an dem sich unsere gesellschaftlichen Entwicklungen sehr unmittelbar zeigen. Gerade in Zeiten multipler Krisen brauchen Lehrkräfte verlässliche Unterstützung – fachlich fundiert, praxisnah und in Kooperation mit starken Partnern“, betonte Schöbi-Fink. „Externe Partnerschaften erweitern den Handlungsspielraum der Schulen: Sie bringen Expertise, erprobte Methoden und zusätzliche Perspektiven in die Bildungsarbeit – und entlasten damit auch im Schulalltag.“

Darauf aufbauend unterstrich auch Landesrat Daniel Allgäuer die Bedeutung der Zusammenarbeit über Ressortgrenzen hinweg: „Prävention und gesellschaftlicher Zusammenhalt gelingen am besten, wenn Bildung, Integration und Zivilgesellschaft an einem Strang ziehen – mit klaren Rollen und professionellen Angeboten.“

Antisemitismus- und rassismuskritische Bildung als konkretes Unterstützungsangebot

Das Projekt #OhneAngstVerschiedenSein arbeitet antisemitismus- und rassismuskritisch und bietet Workshops für Kinder und Jugendliche sowie Fortbildungen für Multiplikatorinnen und Multiplikatoren in schulischer und außerschulischer Bildungsarbeit an. Zentrale Leitidee, so hob Anita Niegelhell, Leitung der Kulturvermittlung des JMH hervor, ist es, die Gesprächsfähigkeit der Teilnehmer*innen zu stärken und Handlungssicherheit zu vermitteln – gerade dort, wo Themen wie Identität, soziale Ungleichheit, Erfahrungen von Diskriminierung sowie emotional und kontrovers diskutierte Themen im Schulkontext verunsichern können.

Ausgehend davon betonte auch Franziska Völlner, Leiterin von #OhneAngstVerschiedenSein die Bedeutung demokratiepädagogischer Ansätze. Eine ganzheitliche und nachhaltige Bewusstseinsbildung in Bezug auf soziale Ungleichheiten und Diversität in Vorarlberg sowie das Empowerment der Teilnehmenden zur aktiven Teilhabe und Partizipation am gesellschaftlichen Diskurs wurden ebenfalls als zentrale Ziele der Angebote und Formate benannt.

Dementsprechend richtet sich das Projekt neben Kindern und Jugendlichen sowie Multiplikator*innen der schulischen und außerschulischen Bildung ausdrücklich an die gesamte Vorarlberger Gesellschaft – getragen von der Überzeugung, dass es alle braucht, um Antisemitismus und Rassismus wirksam entgegenzutreten.

Evaluierung der Angebote und Formate liefert Handlungsimpulsive
Die von Eva Häfele im April und Mai 2024 umgesetzte, externe Evaluierung der Angebote von #OhneAngstVerschiedenSein bestätigt die hohe fachliche Qualität und Wirkung der Bildungsarbeit. Zugleich liefert sie konkrete Handlungsempfehlungen für deren Weiterentwicklung.

Zentrale Rückmeldungen – etwa zur thematischen Ausdifferenzierung, zum Ausbau von Kooperationen sowie zur kontinuierlichen Anpassung der Formate – wurden bereits aufgegriffen und fließen schrittweise in die laufende Arbeit ein. Damit wird sichergestellt, dass die Angebote und Formate von #OhneAngstVerschiedenSein auch in Zukunft bedarfsorientiert weiterentwickelt und nachhaltig am Jüdischen Museum Hohenems verankert werden.

Mit der Präsentation der Evaluierungsergebnisse wird der Anspruch unterstrichen, Maßnahmen nicht nur gut zu meinen, sondern auch wirksam und nachvollziehbar weiterzuentwickeln – damit externe Partnerschaften für Schulen dort ansetzen, wo sie im Alltag tatsächlich helfen.

Fortsetzung als Projektstelle 2025–2027
Um Schulen und Bildungseinrichtungen weiterhin verlässlich zu unterstützen, hat die Vorarlberger Landesregierung eine Förderung der Projektstelle „#OhneAngstVerschiedenSein“ für 2025 bis 2027 in Höhe von bis zu 67.000 Euro pro Jahr beschlossen. Bis zu 7.000 Euro werden von der Bildungsdirektion zur Verfügung gestellt, die verbleibenden 60.000 Euro werden je zur Hälfte von der Abteilung Soziales und Integration sowie der Abteilung Wissenschaft und Weiterbildung getragen.

Weitere Informationen zur Projektstelle sowie Formaten und Angeboten finden Sie hier: https://www.jm-hohenems.at/vermittlung/oavs 

 

Titelbild: v.l.n.r.: Landesrat Daniel Allgäuer, Bildungsrätin Barbara Schöbi-Fink, Anita Niegelhell (Leitung Kulturvermittlung), Franziska Völlner (Leiterin von #OhneAngstVerschiedenSein) und Museumsdirektor Hanno Loewy.

Eröffnung der Ausstellung „Alles vergessen“ im Jüdischen Museum Wien am 27. Jänner 2026

Am 27. Jänner 2026, dem Internationalen Holocaust-Gedenktag, wurde die Ausstellung „Alles vergessen“ im Verwaltungsgerichtshof in Wien feierlich eröffnet. Der Festsaal war bis auf den letzten Platz gefüllt und unterstrich das große öffentliche Interesse an einer Ausstellung, die sich mit einem auf den ersten Blick vielleicht irritierenden Titel auch zentralen Themen der österreichischen Erinnerungskultur widmet.
Gerade am Holocaust-Gedenktag weist der Titel Alles vergessen darauf hin, dass Vergessen nicht nur ein passiver Vorgang, eine Ohnmacht , sein kann, sondern auch eine bewusste Entscheidung und eine Demonstration von Macht, die uns als Gesellschaft herausfordert.

Die Eröffnung erfolgte durch Barbara Staudinger, Direktorin des Jüdischen Museums Wien, gemeinsam mit Hanno Loewy, Direktor des Jüdischen Museums Hohenems, und Albert Posch, Präsident des Verwaltungsgerichtshofs. In ihrer Begrüßung sprach Barbara Staudinger über die enge Verbindung von Erinnern und Vergessen und über das, was im öffentlichen Gedenken oft ausgeblendet bleibt:
„Erinnerung und Vergessen sind nicht voneinander zu trennen. Vergessen ist dabei nicht nur ein unbewusster, sondern oft auch ein bewusster Vorgang – genauso wie das Erinnern.
In den Tagen um den Internationalen Holocaust-Gedenktag wird viel vom Erinnern gesprochen. Dabei gerät manchmal in den Hintergrund, dass es ohne Täter:innen keine Opfer gibt. Den Opfern zu gedenken muss daher auch bedeuten, sich an die Täter:innen zu erinnern – als Menschen mit eigenen Biografien und nicht als anonyme Masse.“

Hanno Loewy ergänzte aus der Perspektive der jüdischen Gegenwart:
„Es gibt keine Erinnerung ohne Vergessen. Leider trifft’s manchmal die Falschen. Aber darüber kann man streiten wie über so vieles. Auch die jüdische Gegenwart ist davon geprägt, dass so manches Wertvolle und manches Schmerzhafte vergessen wird.“

Die Kuratorinnen Daniela Pscheiden (Jüdisches Museum Wien) und Dinah Ehrenfreund-Michler (Jüdisches Museum Hohenems) stellten die Ausstellung vor.
Daniela Pscheiden: „Die Ausstellung ›Alles vergessen‹ hat es sich zur Aufgabe gemacht, unterschiedliche kulturelle Aspekte des Vergessens in ihren individuellen und kollektiven Dimensionen darzustellen. Vergessen ist nicht das Ende des Erinnerns. Es ist seine Bedingung, seine Grenze – und seine Herausforderung.“
Dinah Ehrenfreund-Michler: „Vergessen ist kein bloßer Mangel an Erinnerung, sondern ein komplexes und vielschichtiges Phänomen. In einer Gegenwart, in der Erinnerungspolitik und politische Verantwortung zunehmend instrumentalisiert werden, ist es besonders wichtig, genau hinzusehen und die unterschiedlichen Aspekte des Vergessens zu beleuchten.“

Die offizielle Eröffnung nahm Andreas Kranebitter, wissenschaftlicher Leiter des Dokumentationsarchivs des österreichischen Widerstandes, vor. Er ordnete die Ausstellung in einen aktuellen politischen Kontext ein und warnte vor neuen Formen der Geschichtsverdrängung:
„Die Erinnerung kam erst mit der Befreiung zurück. Sie war keine moralische Pflicht, sondern die Rückkehr der Zeit, die Möglichkeit einer Zukunft, die Konstruktion einer neuen Identität. Die Überlebenden hatten keine Wahl, sie mussten das erlittene Unrecht in diese neue Identität integrieren.
Heute greift der organisierte Rechtsextremismus nicht mehr die Geschichtserzählungen selbst an, sondern deren Sinn. Geleugnet werden meist nicht mehr die Fakten des Holocaust, sondern ihre Bedeutung für die Gegenwart.“

Abschließend sprach Barbara Novak, amtsführende Stadträtin für Finanzen, Wirtschaft, Arbeit, Internationales und Digitales, und betonte die Verantwortung der Gesellschaft im Umgang mit Erinnerung und Vergessen:
„Vergessen ist kein stilles Verblassen von Erinnerung, sondern ein aktiver Akt. Wie wir erinnern, hängt von unserer Zeit, unserem Gegenüber und unseren gesellschaftlichen Verhältnissen ab. Doch wofür wir Verantwortung übernehmen, liegt bei uns. Die Kraft von Menschen liegt darin, jeden Tag neu zu entscheiden, nicht zu schweigen, nicht wegzusehen und solidarisch zu handeln.“

Mehr Information zur Ausstellung in Wien finden Sie hier. 

 

Nachfolgerin von Hanno Loewy

Irene Aue-Ben-David wird im April 2026 die Leitung des Jüdischen Museums Hohenems übernehmen. Sie folgt in dieser Funktion Hanno Loewy nach, der nach über zwanzig Jahren an der Spitze des international renommierten Museums in Pension geht. Irene Aue-Ben-David (52) ist Historikerin und leitet seit 10 Jahren das internationale Forschungsinstitut Leo Baeck für deutsch-jüdische Geschichte in Jerusalem.

Mit der Bestellung von Irene Aue-Ben-David folgt der Vorstand des Trägervereins des Jüdischen Museums der einstimmigen Empfehlung der mit internationalen Expert:innen und Vertretern der Träger besetzten Findungskommission. Der Trägervereins des Museums hatte die Stelle im Mai international ausgeschrieben und einen zweistufigen Bewerbungsprozess mit Hearing der Kandidat:innen vor einer Findungskommission durchgeführt. Träger des Jüdischen Museums Hohenems sind die Stadt Hohenems, das Land Vorarlberg und der Förderverein Jüdisches Museum Hohenems.

Irene Aue-Ben-David hat an der Universität Göttingen in Neuerer Geschichte promoviert. Bis 2017 war sie als wissenschaftliche Mitarbeiterin, Projektleiterin und Kuratorin vorwiegend in Israel tätig. Seit 2015 leitet sie das Leo Baeck Institut in Jerusalem. Die nach dem Rabbiner, Holocaust-Überlebenden und bedeutenden Vertreter des liberalen deutschen Judentums benannte Forschungs- und Dokumentationseinrichtung hat Standorte in Jerusalem, London, New York und Berlin. Das Institut forscht auf dem Gebiet der deutsch-jüdischen Geschichte und Kultur und vermittelt in seinen breiten Veranstaltungen und Projekten die liberalen Werte und Erfahrungen des deutschsprachigen Judentums einer breiten Öffentlichkeit – immer mit Blick auf die Relevanz der Themen für die Gegenwart.

Mit ihrer fachlichen Exzellenz, ihren Führungsqualitäten, analytischen und kommunikativen Fähigkeiten, Einsatzbereitschaft und ihrer Begeisterungsfähigkeit überzeugte Irene Aue-Ben-David die Findungskommission. Dem Trägerverein empfahl die Kommission deshalb, sie als Bestqualifizierte mit der Leitung des Museums zu betrauen. Kürzlich konnten die Vertragsverhandlungen erfolgreich abgeschlossen werden. Am 15. Dezember wird Irene Aue-Ben-David für ein erstes Kennenlernen mit dem Museumsteam und eine Pressekonferenz nach Vorarlberg kommen.

Irene Aue-Ben-David, geb. 1972 in Hildesheim
2010: Promotion in Neuerer Geschichte an der Georg-August-Universität Göttingen. Thema der Dissertation: Selma Stern als Historikerin. Die Geschichte der Werke „Der preußische Staat und die Juden“ und „Jud Süß“.
2002 – 2017: verschiedene Aufgaben als wissenschaftliche Mitarbeiterin, Projektleiterin, Kuratorin, Forschungsassistentin, Redaktionsleitung vorwiegend in Israel. Ab 2015: Direktorin des Leo Baeck Instituts, Jerusalem

Findungskommission: Die vom Vereinsvorstand eingerichtete Kommission war international besetzt. Ihr gehörten vier Expert:innen aus den Bereichen Judaistik, Kulturwissenschaft, Museologie an (Denise Tonella, Direktorin Schweizerisches Nationalmuseum, Emile Schrijver, Generaldirektor Jüdisches Kulturviertel Amsterdam, Felicitas Heimann-Jelinek, ehemalige Chefkuratorin des Jüdischen Museums der Stadt Wien, Michael Kasper, Direktor Vorarlbergmuseum), je ein/e Vertreter:in der Träger (Claudia Voit, Dieter Egger, Brigitte Plemel) und ein Mitglied des Teams (Anita Niegelhell). Den Vorsitz führt der Obmann des Trägervereins (Romuald Kopf) ohne Stimmrecht.

Foto: Ole Witt

Ausstellungen im Museum Prestegg in Altstätten

Begrüssung & Einführung Sonja Arnold Präsidentin Museum Prestegg Projektleiterin «Gemeinsam erinnern im Rheintal» Grusswort Ruedi Mattle, Stadtpräsident Altstätten Aus der Perspektive eines Nachkommen Hans Goldenberg, Wien Einblicke in die Ausstellungskonzeption  Margit Bartl-Frank, Gastkuratorin Museum Prestegg Barbara Thimm, Kuratorin Jüdisches Museum Hohenems Schlusswort & Dank Sonja Arnold Musikalische Umrahmung Chor Montlingen, Leitung: Peter Vonbank Begegnung Borderline Knitting Noam Holdengreber

Neue Online-Publikation

Yalla. Arabisch-jüdische Berührungen
Herausgegeben von Anika Reichwald
im Auftrag des Jüdischen Museums Hohenems

Redaktion: Dinah Ehrenfreund, Hanno Loewy
Übersetzungen: Kirsten Lehmann, Lilian Dombrowski
Gestaltung: Thomas Matt
Fotos: Dietmar Walser, Thomas Matt
ISBN 978-3-200-10568-3

 

 

Grenzüberschreitende Zusammenarbeit:

Grenzüberschreitende Zusammenarbeit: Aufbau des Vermittlungszentrums Flucht in Diepoldsau vereinbart

2023 fällte der Schweizer Bundesrat eine Grundsatzentscheidung zur Einrichtung eines Schweizer Memorials für die Opfer des Nationalsozialismus. Das Projekt basiert auf den drei Pfeilern Erinnern – Vermitteln -Vernetzen. In der Bundesstadt Bern entsteht der Erinnerungsort und an der Grenze im St. Galler Rheintal ein Vermittlungszentrum, das sich insbesondere mit der Geschichte der Flucht während der NS-Zeit befassen wird. Die Wahl für den Standort des geplanten Vermittlungszentrums fiel auf Diepoldsau, wo am Altarm des Rheins insbesondere im Sommer 1938 viele Menschen Rettung vor der nationalsozialistischen Verfolgung gesucht hatten.

Mit der Gründung des Vereins „Netzwerk Schweizer Memorial für die Opfer des Nationalsozialismus“ geht das Projekt nun in die konkrete Planungsphase. Nachdem der Kanton St.Gallen in den letzten zwei Jahren gemeinsam mit weiteren Partnern eine federführende Rolle übernommen hat, übernimmt der Netzwerkverein, der durch das Schweizer Bundesamt für Kultur BAK finanziert wird, jetzt die Verantwortung und beauftragt das Jüdische Museum Hohenems mit der Entwicklung dieses einzigartigen, transnationalen Vermittlungsortes. Am Jüdischen Museum Hohenems wird dazu die „Arbeitsstelle Schweizer Memorial Vermittlungszentrum Flucht“ eingerichtet. Die Vereinbarung gilt zunächst bis Ende 2028.

Damit ist die inhaltliche Kontinuität des Projekts gesichert: Der Prozess der Entwicklung und die geplante Einrichtung des Vermittlungszentrum Flucht im St. Galler Rheintal an der Grenze zwischen der Schweiz und Österreich nehmen Fahrt auf!

 

Verein „Netzwerk Schweizer Memorial an die Opfer des Nationalsozialismus“ beauftragt das Jüdische Museum Hohenems!Weiter in guten Händen: das geplante Vermittlungszentrum Flucht in Diepoldsau
In den letzten zwei Jahren hat der Kanton St.Gallen gemeinsam mit weiteren Partnern eine federführende Rolle übernommen, um das Projekt des Vermittlungszentrum zu initiieren. Mit dem Bundesratsentscheid von 2023 und im Rahmen verschiedener Leistungsvereinbarungen haben Barbara Thimm und Ayat Solsaeva – gemeinsam mit dem vom Kanton St.Gallen berufenen wissenschaftlichen Beirat – am Jüdische Museum Hohenems die Grundlagen für den nun erfolgten offiziellen Projektstart geschaffen. Es galt die Finanzierung zu planen, konzeptionelle Ideen für den Standort zu entwickeln, für breite Vernetzung zu sorgen und nicht zuletzt im Juni 2024 eine erste große Tagung in St.Gallen durchzuführen.

Inzwischen ist der Verein „Netzwerk Schweizer Memorial für die Opfer des Nationalsozialismus“ gegründet. Dessen Aufbau und Tätigkeiten, insbesondere die Förderung der Errichtung des Vermittlungszentrums Flucht im St.Galler Rheintal, werden vom Schweizer Bundesamt für Kultur BAK finanziert. Seit dem 1.Juli 2025 ist es also der Netzwerkverein, der das Jüdische Museum Hohenems beauftragt, das geplante Zentrum weiterzuentwickeln – und dazu die „Arbeitsstelle Schweizer Memorial Vermittlungszentrum Flucht“ einzurichten. Die Vereinbarung gilt zunächst bis Ende 2028. Weitere Mittel müssen noch eingeworben werden. Vor allem dann, wenn es schließlich um die Errichtung des Zentrums gehen wird.

Aber auch inhaltlich wurde es schon sehr konkret: Der Hör-Radweg „Über die Grenze“  wurde um weitere Stationen auch in der Schweiz erweitert und zurzeit entsteht die Ausstellung „Rettende Schweiz? Flucht im Rheintal“  am Museum Prestegg in Altstätten, die vom Jüdischen Museum kuratiert wird. Sie wird am 31.August 2025 eröffnet und eineinhalb Jahre zu sehen sein, begleitet von einem dichten Programm mit Lesungen, Exkursionen, Filmbeiträgen.

 

 

Das neue Leitbild

Das neue Leitbild des Jüdischen Museums Hohenems

In einem partizipativen Prozess unter breiter Beteiligung von Beirat, Vorstand, Trägern, Freund:innen des Museums, unseren Mitarbeiter:innen und Expert:innen aus der Kultur- und Museumswelt haben wir eine neues Leitbild für das Jüdische Museum Hohenems entwickelt, das am 23. April 2025 vom Vorstand beschlossen worden ist. Das bisherige Leitbild stammt aus dem Jahr 2000 und ist von der Entwicklung unseres Museums in den letzten 25 Jahren überholt worden, so das eine Neuformulierung überfällig war. Danke an alle, die an den intensiven Diskussionen darüber in den letzten Monaten beteiligt waren!

Das neue Leitbild des Jüdischen Museums Hohenems (pdf) 

Aktuelle Ausstellung

Die Geschichte arabisch-jüdischer Lebenswelten ist eine lange Beziehungsgeschichte – mal romantisiert, mal vergessen, verdrängt oder dämonisiert. Die Ausstellung zeigt Kunstwerke jüdischer Künstler*innen mit arabischen Wurzeln im Kontext arabisch-jüdischer Identitäten und zeichnet über historische Schlüsselmomente ein Bild fruchtvoller wie spannungsgeladener Berührungen.