Di, 17. Dez 2019, 19:30-21:00 Uhr Gespräche mit Zeitzeuginnen und Zeitzeugen: vom Kassettenrecorder zum Hologramm Vortrag von Albert Lichtblau (Salzburg)

Der neueste Schrei, etwas gegen das Aussterben zu unternehmen, sind 3D-Hologramme. Sie simulieren Gespräche mit Holocaust-Überlebenden. In Ausstellungen scheint es dann, als würde die gefilmte Person real im Raum sitzen und auf Fragen des Publikums antworten können. Über Spracherkennungssoftware werden die Fragen des Publikums einer Antwort der Hologramm-Überlebenden zugordnet. Die dafür interviewten Zeitzeuginnen und Zeitzeugen wurden mit ca. 50 Kameras aufgenommen und antworteten über mehrere Tage hinweg auf mehr als 2000 Fragen. Irgendwie wirkt es gespenstisch, auf diese Art und Weise Überlebende unsterblich machen zu wollen. Der Kampf gegen das Verschwinden der Überlebensgeschichten begann in Österreich Ende der 1970er Jahre und der Vortragende nahm daran aktiv teil. Wie sich aus Einzelaktivitäten größere Projekte entwickelten und wie sehr die technischen Entwicklungen dabei eine Rolle spielten, wird Thema sein, genauso wie die schwierige Suche nach Archivorten für die aufgenommenen Gespräche. Was kam dabei raus, wo stehen wir heute und welche Visionen gibt es für die Arbeit mit diesen wichtigen historischen Dokumenten? Albert Lichtblau, Studium der Geschichte und Politikwissenschaft an der Universität Wien, Universitätsprofessor im Fachbereich Geschichte der Universität Salzburg. Forschungsschwerpunkte und Publikationen: Oral History, Migration, Nationalsozialismus, Rassismus, Erinnerungspolitik. Eine Veranstaltung im Begleitprogramm zur Ausstellung „Ende der Zeitzeugenschaft?“

  Veranstaltungsort
Jüdisches Museum Hohenems
Villa Heimann-Rosenthal
Schweizer Straße 5, 6845 Hohenems
+43 (0)5576 73989-0
office@jm-hohenems.at 



Eintritt € 8,-/5,-




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