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Di., 14. Juli 2026, 19:00-20:30 Uhr
Andere Länder, eigene Welten. Jüdische Weltreisende im Mittelalter
Öffentlicher Vortrag von Johannes Heil (Heidelberg), im Rahmen der Europäischen Sommeruniversität für Jüdische Studien Bei Reisen im Mittelalter waren „all inclusive“ nur Mühen und Gefahren. Rechnet man Strecken und Stationen zusammen, zeigt sich, dass solche Reisen je nach Ziel oft mehrere Jahre dauerten. Dieser Aufwand dürfte einer der Gründe sein, warum einige Reisen, auch von Juden und Jüdinnen, ausführlich dokumentiert sind. Der Vortrag befasst sich zunächst mit Anlässen und Zielen solcher Reisen vom 9. bis zum 12. Jahrhundert. Dabei zeigt sich, dass es weit mehr Anlässe zu Reisen als nur Handel und Pilgerwesen gab. Überraschend wenig wird von schmerzenden Gliedern, schlechten Herbergen und üblen Zeitgenossen berichtet, dafür von allerlei Großartigkeiten und geschichtlichen Begebenheiten. Hier fragt der Vortrag nach Einstellungen, Erwartungen, Blicken, auch Strategien der Reisebewältigung, sucht also nach ethnographischen Elementen oder einfach „touristischen“ Attitüden. Schließlich in stichprobenartigem Vergleich mit Berichten christlicher und islamischer Reisender ausgelotet werden, welche Spezifika jüdischen Reisens im Mittelalter sich ausmachen lassen.
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