Präsentation der Dokumentation und Evaluierung des Projekts 2022-2024
Am Donnerstag, 19.01.2026 wurde die Dokumentation und Evaluierung von #OhneAngstVerschiedenSein 2022–2024 im Jüdischen Museum Hohenems vor Vertreter*innen der Presse sowie einem interessierten Publikum präsentiert. Neben einem umfassenden Einblick in die Entwicklung, die Inhalte sowie Arbeitsweisen von #OhneAngstVerschiedenSein wurde auch der anhaltend hohe Bedarf an außerschulischen Bildungsangeboten im Kontext von Antisemitismus und Rassismus in Vorarlberg deutlich hervorgehoben.
Nach der Begrüßung durch Direktor Hanno Loewy und den Dankesworten an Wegbegleiter*innen sowie Fördergebende kam Bildungsrätin Barbara Schöbi-Fink zunächst auf die wichtige Zusammenarbeit außerschulischer Bildungsangebote wie #OhneAngstVerschiedenSein mit Schulen zu sprechen.
„Schule ist ein Ort, an dem sich unsere gesellschaftlichen Entwicklungen sehr unmittelbar zeigen. Gerade in Zeiten multipler Krisen brauchen Lehrkräfte verlässliche Unterstützung – fachlich fundiert, praxisnah und in Kooperation mit starken Partnern“, betonte Schöbi-Fink. „Externe Partnerschaften erweitern den Handlungsspielraum der Schulen: Sie bringen Expertise, erprobte Methoden und zusätzliche Perspektiven in die Bildungsarbeit – und entlasten damit auch im Schulalltag.“
Darauf aufbauend unterstrich auch Landesrat Daniel Allgäuer die Bedeutung der Zusammenarbeit über Ressortgrenzen hinweg: „Prävention und gesellschaftlicher Zusammenhalt gelingen am besten, wenn Bildung, Integration und Zivilgesellschaft an einem Strang ziehen – mit klaren Rollen und professionellen Angeboten.“
Antisemitismus- und rassismuskritische Bildung als konkretes Unterstützungsangebot
Das Projekt #OhneAngstVerschiedenSein arbeitet antisemitismus- und rassismuskritisch und bietet Workshops für Kinder und Jugendliche sowie Fortbildungen für Multiplikatorinnen und Multiplikatoren in schulischer und außerschulischer Bildungsarbeit an. Zentrale Leitidee, so hob Anita Niegelhell, Leitung der Kulturvermittlung des JMH hervor, ist es, die Gesprächsfähigkeit der Teilnehmer*innen zu stärken und Handlungssicherheit zu vermitteln – gerade dort, wo Themen wie Identität, soziale Ungleichheit, Erfahrungen von Diskriminierung sowie emotional und kontrovers diskutierte Themen im Schulkontext verunsichern können.
Ausgehend davon betonte auch Franziska Völlner, Leiterin von #OhneAngstVerschiedenSein die Bedeutung demokratiepädagogischer Ansätze. Eine ganzheitliche und nachhaltige Bewusstseinsbildung in Bezug auf soziale Ungleichheiten und Diversität in Vorarlberg sowie das Empowerment der Teilnehmenden zur aktiven Teilhabe und Partizipation am gesellschaftlichen Diskurs wurden ebenfalls als zentrale Ziele der Angebote und Formate benannt.
Dementsprechend richtet sich das Projekt neben Kindern und Jugendlichen sowie Multiplikator*innen der schulischen und außerschulischen Bildung ausdrücklich an die gesamte Vorarlberger Gesellschaft – getragen von der Überzeugung, dass es alle braucht, um Antisemitismus und Rassismus wirksam entgegenzutreten.
Evaluierung der Angebote und Formate liefert Handlungsimpulsive
Die von Eva Häfele im April und Mai 2024 umgesetzte, externe Evaluierung der Angebote von #OhneAngstVerschiedenSein bestätigt die hohe fachliche Qualität und Wirkung der Bildungsarbeit. Zugleich liefert sie konkrete Handlungsempfehlungen für deren Weiterentwicklung.
Zentrale Rückmeldungen – etwa zur thematischen Ausdifferenzierung, zum Ausbau von Kooperationen sowie zur kontinuierlichen Anpassung der Formate – wurden bereits aufgegriffen und fließen schrittweise in die laufende Arbeit ein. Damit wird sichergestellt, dass die Angebote und Formate von #OhneAngstVerschiedenSein auch in Zukunft bedarfsorientiert weiterentwickelt und nachhaltig am Jüdischen Museum Hohenems verankert werden.
Mit der Präsentation der Evaluierungsergebnisse wird der Anspruch unterstrichen, Maßnahmen nicht nur gut zu meinen, sondern auch wirksam und nachvollziehbar weiterzuentwickeln – damit externe Partnerschaften für Schulen dort ansetzen, wo sie im Alltag tatsächlich helfen.
Fortsetzung als Projektstelle 2025–2027
Um Schulen und Bildungseinrichtungen weiterhin verlässlich zu unterstützen, hat die Vorarlberger Landesregierung eine Förderung der Projektstelle „#OhneAngstVerschiedenSein“ für 2025 bis 2027 in Höhe von bis zu 67.000 Euro pro Jahr beschlossen. Bis zu 7.000 Euro werden von der Bildungsdirektion zur Verfügung gestellt, die verbleibenden 60.000 Euro werden je zur Hälfte von der Abteilung Soziales und Integration sowie der Abteilung Wissenschaft und Weiterbildung getragen.
Weitere Informationen zur Projektstelle sowie Formaten und Angeboten finden Sie hier: https://www.jm-hohenems.at/vermittlung/oavs ►
Titelbild: v.l.n.r.: Landesrat Daniel Allgäuer, Bildungsrätin Barbara Schöbi-Fink, Anita Niegelhell (Leitung Kulturvermittlung), Franziska Völlner (Leiterin von #OhneAngstVerschiedenSein) und Museumsdirektor Hanno Loewy.
