Wir öffnen wieder am Sonntag, den 12. Dez 2021

Liebe Freundinnen und Freunde, sehr geehrte Damen und Herren,

als Maßnahme zur Eindämmung des Corona-Virus bleiben das Jüdische Museum Hohenems, das Museumscafé, die Bibliothek und das Büro des Museums bis 11. Dezember 2021 geschlossen. Jetzt ist wieder Solidarität gefragt – wir müssen aufeinander schauen und diese Krise gemeinsam bewältigen.

Alle Veranstaltungen und Vermittlungsprogramme sind ebenfalls zunächst bis 11. Dezember 2021 abgesagt, wenn möglich, werden wir diese aber nachholen. Aktuelle Informationen finden Sie auf unserer Homepage und unsere Social-Media-Kanäle.

Unsere Ausstellung „Am Rand. zusammen leben in der Untergass'“  wurde erst kürzlich eröffnet und muss nun leider schon wieder geschlossen bleiben. Zur Ausstellung ist aber ein schönes kleines Fotobuch mit Fotografien von Dietmar Walser und Illustrationen von Milan Loewy erschienen. Online-Bestellungen sind selbstverständlich möglich. Schauen Sie in unseren Shop. 

Für alle, die an unseren letzten Veranstaltungen nicht teilnehmen konnten und in den nächsten Tagen vielleicht ein wenig Zeit finden, gibt es auf unserem YouTube Kanal  die Möglichkeit sich vergangene Veranstaltungen anzusehen.

Die meisten Mitarbeiter*innen des Museums arbeiten – teils im Homeoffice, teils im Museum – und wo nicht anders möglich, in Kurzarbeit. Wir sind gut per E-Mail erreichbar, bitten aber um Verständnis, sollten Sie uns nicht sofort erreichen.

Wir freuen uns darauf, Sie bald wieder im Museum begrüßen zu dürfen. Bis dahin wünschen wir Ihnen alles Gute, achten Sie auf sich und alle Menschen, die Hilfe brauchen und bleiben Sie gesund!

Hanno Loewy
und das Team des Jüdischen Museums Hohenems

 

 

Von West nach Ost – Jüdisches Museum Hohenems bekommt einen Wiener Freundeskreis

Aus Anlass des heurigen 30jährigen Museums-Jubiläums haben sich Ulrike Kinz, Obfrau des Vereins „Vorarlberger*innen in Wien“, Gertraud Auer Borea d´Olmo, Andreas Mailath-Pokorny, Andreas Köb und Sonja Kato zum Gründungskomitee der „Wiener Freunde des jüdischen Museums Hohenems“ zusammengefunden. Den Ehrenschutz für die Aktivitäten übernimmt Tatjana Waldburg-Zeil, deren Familie mit der Geschichte Hohenems‘ untrennbar verbunden ist.

„Wir wollen alle jene, die einen ganz besonderen Ausdruck Vorarlberger Kultur in Wien erleben möchten, dazu einladen, gemeinsam ein neues Kapitel der Geschichte dieses zutiefst europäischen, humanistischen und zukunftszugewandten Ortes der Begegnung zu schreiben, und haben uns daher zur Gründung der „Wiener Freunde des jüdischen Museums Hohenems“ entschlossen“, hieß es in der Einladung zu dem Abend, der im Bruno Kreisky Forum für Internationalen Dialog stattgefunden hat, war es doch auch BKF-Präsident, Dr. Rudolf Scholten, der vor 30 Jahren „das Museum mit der Bundesförderung einer Vermittlungsstelle wirklich gesellschaftspolitisch handlungsfähig gemacht hat“, wie Direktor Hanno Loewy am Abend erinnerte.

„Dass Bundespräsident Dr. Alexander van der Bellen schon Mitglied im Förderverein des jüdischen Museums Hohenems ist, macht es natürlich auch für viele neue „Wiener Freunde“ attraktiv, sich uns anzuschließen. Darüber hinaus werden exklusive Events für die in Wien lebenden Vorarlberger*innen und Treffpunkte am Rande der Bregenzer Festspiele der Kern unserer Aktivitäten sein“, so Ulrike Kinz, die in ihrer Funktion als Obfrau der Vorarlberger*innen in Wien viele Synergien sieht.

Ebenso am Gründungsabend vor Ort waren neben Hausherrn Rudolf Scholten und Museumsdirektor Hanno Loewy, die designierte Direktorin des Jüdischen Museums Wien, Barbara Staudinger, die in ihrem kurzen Statement den lebendigen Austausch zwischen ihrer Arbeit (Anm. derzeit arbeitet Staudinger als Direktorin des jüdischen Museums Augsburg) und den Schwerpunkten des JMH betonte und sich auf gute Zusammenarbeit freut.

20.1.2022 Eröffnung der ersten Ausstellung des jüdischen Museums Hohenems im Volkskundemuseum
Hauptförderziel der losen Vereinigung ist, dem jüdischen Museum Hohenems einmal pro Jahr eine Schau in Wien zu ermöglichen, die dafür notwendigen 30.000,- Euro Spendengelder werden in 5 verschiedenen Kategorien angeworben – auch ein Angebot für Jüngere ist dabei, um auch die kommende Generation von Museums-Freunden gleich einzubinden. Das Highlight ist aber sicher die höchste Kategorie -Als Mäzen*in ist man mit 5000,- Euro exklusiver Gast bei Ausstellungseröffnungen und speziellen Zusammenkünften mit Mitgliedern der großen Netzwerke, die alle fünf Gründer*innen einbringen.

„Seit seiner Gründung 1991 hat das Jüdische Museum Hohenems Menschen mit Ausstellungen und Projekten, die Geschichte und Gegenwart mit einander verbinden, begeistert, und zum Nachdenken über wichtige Fragen der Zeit angeregt. Es verbindet Vorarlberg, Österreich und die Welt mit einander – nicht zuletzt durch eine Gemeinschaft von Nachkommen, die längst Weltbürgerinnen und Weltbürger geworden sind“, so der ehemalige Wiener Kulturstadtrat, Rektor der MUK Andreas Mailath-Pokorny, dessen familiäre Verbindung nach Hohenems bereits in der 5. Generation weiterlebt.

Die Ausstellung „Die letzten Europäer. Jüdische Perspektiven auf die Krisen einer Idee“ wird ab 20. Jänner 2022 zu Besuch im Wiener Volkskundemuseum sein. Direktor Matthias Beitl, ebenfalls am Gründungsabend anwesend: „Die Kraft des Jüdischen Museums Hohenems Gegenwärtiges in eine historische und auch gesellschaftliche Beziehung zu setzen, passt hervorragend zu der Identität unseres Hauses, dessen Tore wir sehr gerne für diese besondere Ausstellung öffnen.“

Weiters gesichtet wurden: Sigi Menz, Günther Rhomberg, Boris Marte, Nicole Horn und Peter Daniel, Markus Ganahl, Edith Stoss, Helene Maimann.

Der Abend in den Wohnräumlichkeiten von Bruno Kreisky klang bei Krautfleckerl nach Tante Jolesch und Vorarlberger Käse der Firma Rupp aus. (Sonja Kato)

Titelfoto: Daniel Novotny

Aktuelle Ausstellung im Jüdischen Museum Hohenems

Das Jüdische Viertel in Hohenems erfährt seit 1991 wachsende öffentliche Aufmerksamkeit. Viele Bauten sind inzwischen saniert und restauriert worden und das einzigartige Ensemble von ehemaliger Judengasse und Christengasse gilt als Kleinod im Land. Die vom Zentrum nach Norden führende, verkehrsreiche Ausfallstraße hingegen fristet noch immer ein Dasein am Rande.

Neue Publikation

Hg. Anika Reichwald  | Mit Fotografien von Dietmar Walser und Illustrationen von Milan Loewy | Bucher Verlag 2021 | 12 x 17 cm | 128 Seiten | € 12,80 | ISBN 978-3-99018-605-3 | Das Fotobuch zur Ausstellung „Am Rand. Zusammen leben in der Untergass‘“ zeichnet das Leben in diesem Hohenemser Stadtviertel nach. Zum einen beschreiben Familiengeschichten der früheren jüdischen Bewohnerinnen und Bewohner, illustriert von Milan Loewy, die Lebenswelt der Untergasse im 19. Jahrhundert. Zum anderen geben Fotografien des Hohenemser Fotografen Dietmar Walser den Blick auf den gegenwärtigen städtischen Raum und den urbanen Wert des Bestandes frei und machen damit auch die sozialen Folgen der geplanten Veränderungen diskutierbar.

Unter Sternen ⭑ Europäische Improvisationen

2018 wurde, wie in vielen anderen Städten Europas auch, vom Balkon des Jüdischen Museums Hohenems die „Europäische Republik“ ausgerufen. Ein symbolischer Akt und eine politische Willensbekundung in vielen Sprachen und in der Gemeinsamkeit des Lieds der Freude.

Im Sommer 2021 wollen wir daran anknüpfen und mit dem musikalischen Multitalent Andreas Paragioudakis als künstlerischem Leiter und vielen europäischen Musiker:innen die Rückkehr zu den europäischen Ideen feiern, im Garten des Museums und damit im öffentlichen Raum der Stadt – einer Stadt in der Mitte Europas. Ein Live-Stream trägt die Musik in die Welt hinaus, das gemeinsame Konzert verbindet uns unabhängig vom konkreten Ort.

Die Europaplätze in Hohenems

Europaplätze gibt es in vielen Städten. Sie verkörpern Verbindungen und politische Bekenntnisse zu Europa. Kennen Sie einen Platz in Hohenems, den Sie mit Europa verbinden?

Der Künstler Yves Mettler (*1976, Morges/CH) erforscht in seinem Langzeitprojekt Europaplätze innerhalb und außerhalb Europas.
Anknüpfend an die aktuelle Ausstellung Die Letzten Europäer  im Jüdischen Museum Hohenems konfrontiert er zwölf Projektgruppen aus Hohenems mit der Frage nach möglichen Europaplätzen in der Stadt. Ihre unterschiedlichsten Erzählungen macht der Künstler durch die Aufstellung von zwölf umgestalteten Baustellenzeichen im Stadtraum sichtbar. In den Farben und Sprachen Europas markieren sie die temporären Europaplätze in Hohenems.

Die Zukunft der Zeitzeugenschaft

Am 23. Juni eröffnet das NS-Dokumentationszentrum München  die Ausstellung „Ende der Zeitzeugenschaft?“, ein Kooperationsprojekt mit dem Jüdischen Museum Hohenems  und der KZ-Gedenkstätte Flossenbürg . Aus diesem Anlass lädt das NS-Dokumentationszentrum zusammen mit seinen Kooperationspartnern dazu ein, über die „Zukunft der Zeitzeugenschaft“ nachzudenken und zu diskutieren.

Dabei stellt sich nicht nur die Frage nach einem möglichen gesellschaftlichen Vakuum, sondern auch nach einem reflektierten Umgang mit erzählter und medial bewahrter Erinnerung – wenn die Erzählenden selbst nicht mehr an diesem Prozess teilnehmen können. Forschende aus den Geschichts-, Sozial- und Jüdischen Wissenschaften stellen sich der Frage, wie es nach dem Ableben der Zeitzeuginnen und Zeitzeugen, der Überlebenden des Holocaust, mit der Erinnerungsarbeit weitergehen soll.

Die Tagung findet via Zoom statt.

Anmeldung, Information und Programm: 

www.zukunftzeitzeugenschaft.de

Das Programm zum downloaden (pdf) 

 

Was fällt Ihnen ein, wenn Sie RADETZKYSTRASSE hören?

Was haben Sie zwischen Gasthof Hirschen und Gasthaus Schiffle schon erlebt? Gibt es eine Geschichte, die Sie mit dieser Straße verbinden?

Das Jüdische Museum Hohenems eröffnet am 17. Oktober 2021 seine neue Ausstellung „Am Rand. Zusammenleben in der Untergasse“ . In dieser Ausstellung blicken wir auf die Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft des Stadtviertels entlang der heutigen Radetzkystraße, ehemals Untergasse.

Mit diesem Teil von Hohenems sind viele persönliche Geschichten und Episoden verbunden, die wir für diese Ausstellung nun sammeln. Egal, ob es sich um lustige, traurige, abenteuerliche oder ganz alltägliche Erinnerungen handelt – erinnern Sie sich und teilen Sie Ihre Geschichte mit uns!

Melden Sie sich einfach per E-Mail erinnerung@jm-hohenems.at  oder telefonisch unter 05576 / 73989 0. Wir vereinbaren dann einen Termin für ein persönliches (und natürlich corona-konformes) Gespräch. Wir freuen uns auf Sie und Ihre Geschichte!

 

Titelbild (Ausschnitt): Dietmar Walser, 2020

Buchvorstellung

Dienstag, 25. Mai 2021, um 18.00 Uhr im Salomon Sulzer Saal in Hohenems, nur mit Anmeldung! | Waren ihre Vorfahren noch Metzger und Viehhändler in Hohenems gewesen, so erlebte die jüdische Familie Brunner einen steilen sozialen und kulturellen Aufstieg: Anfang des 19. Jahrhunderts verließ fast eine ganze Generation Vorarlberg, um woanders ihr Glück zu suchen.

ORF-Reihe „Museum für Zwei“

Museum für Zwei heißt die ORF-Reihe musealer Miniaturen. Das Konzept: Ein Museumsexperte oder eine Museumsexpertin und eine Persönlichkeit aus dem öffentlichen Leben treffen einander im Museum – um Neues zu entdecken oder einen frischen Blick auf Altbekanntes zu werfen. In der von Elisabeth Pfeisl gestalteten Folge war der Schriftsteller Michael Köhlmeier gemeinsam mit Direktor Hanno Loewy im Jüdischen Museum Hohenems unterwegs.

In der ORF-TVthek können Sie nun alle Beiträge der Reihe und den Beitrag des Jüdischen Museums Hohenems ansehen:
Sendung über das Jüdische Museum Hohenems (5:20 min) 
Alle Sendungen dieser Reihe