News-Archiv


Sa 07. Oktober 2023, 18.00-1.00 Uhr

Kurz-Führungen durch die Dauerausstellung und die aktuelle Ausstellung „A Place of Our Own“, Familienprogramm und Livemusik mit Andreas Paragioudakis & Christos Stertsos

 

Sonntag, 24.9.2023 – kostenlose Führungen und freier Eintritt ins Museum!

denkmal [er : sie : wir] leben
Worüber Kriegerdenkmale nicht erzählen:
Der „Heldenhof“ bei der Pfarrkirche Sankt Karl


Öffentliche Führungen:
So, 24. Sep 2023, 11:00-12:00 Uhr 
So, 24. Sep 2023, 14:00-15:00 Uhr 

Kriegerdenkmale findet man beinahe in jedem Ort in Vorarlberg. Oft wurden sie im Bereich des Friedhofs aufgestellt. Auch in Hohenems wurde 1936 entlang der Längswand der örtlichen Pfarrkirche ein „Heldenhof“ auf einem aufgelassenen Teil des Friedhofs angelegt. Den Abschluss des Hofs bildet eine Krypta mit der Figur eines liegenden toten Soldaten. Anlässlich der Renovierung im Jahr 1956 wurde dem Denkmal eine Auflistung der Toten und Vermissten des Zweiten Weltkriegs hinzugefügt. Die genannten „Helden und Opfer“ sind Soldaten, gefallen für das „Vaterland“. Ungenannt bleiben Opfer von Vernichtung und Euthanasie, Verfolgte oder zivile Opfer. Hinweise auf Täterschaft fehlen. Jedes Totengedenken im öffentlichen Raum ist auch politisch und Ausdruck seiner Zeit. Heute können Kriegerdenkmale dazu anregen, sich mit der Geschichte, mit den Folgen von Kriegen und seinen Opfern auseinanderzusetzen. Muss dem alten Denkmal dafür eine neue „Zeitschicht“ hinzugefügt werden? In seiner Führung zeigt Johannes Spies Entwicklungs- und Konfliktlinien der Erinnerungskultur bis hin zur Gegenwart auf und spricht über Erinnerungskultur im Jüdischen Viertel von Hohenems.

Johannes Spies, M.Sc. ist Lehrer für Englisch, Geschichte und Politische Bildung, Netzwerk-Koordinator von _erinnern.at_ in Vorarlberg und als Kulturvermittler im Jüdischen Museum Hohenems tätig.

Kinderprogramm: Die Kinderausstellung im Jüdischen Museum oder „Verborgenes im Jüdischen Viertel“ entdecken. Im Jüdischen Museum können Familien den Entdecker-Rucksack kostenlos ausleihen.

Die Führung ist im Rahmen des „Tag des Denkmals“ kostenlos.
Anmeldung ist nicht erforderlich.

Treffpunkt: Pfarrkirche St. Karl, Hohenems – Torbogen zum Heldenhof

Museumsbesuch: Eintritt frei! Öffnungszeiten: 10 Uhr bis 17 Uhr

 

Fotoausschnitt: Der „Heldenhof“ bei der Pfarrkirche Sankt Karl
Foto: Friedrich Boehringer

19. Sep 2023 um 19:30 Uhr

Anschließend im Gespräch mit Anika Reichwald (Hohenems) | Nicolas Sayegh, ein palästinensischer „Tom Sawyer“, streift mit seinen Freunden durch die sonnenübergossenen Straßen des nach Orangenblüten duftenden Jaffa der 1940er\-Jahre. Doch seine unbeschwerte Kindheit endet abrupt, als im Jahr 1948 seine Familie mit vielen anderen aus einer Stadt flüchtet, die sich ihren neuen jüdischen Herrschern ergibt. „Orangen aus Jaffa“ erzählt vom Leben und der Kultur einer bürgerlichen palästinensischen Familie kurz vor der Besetzung Palästinas und der Staatsgründung Israels, auf eine ganz neue Art. Eine wahre Geschichte und ein Roman gegen das Vergessen. Geschrieben von Nicolas‘ Tochter.

Über die Grenze

Politische Bildung

Mit dem 2022 gestarteten und in der Region bisher einzigartigen Projekt #OhneAngstVerschiedenSein wagen wir uns an einen mitunter komplizierten Themenzusammenhang: Die Herausforderungen des Zusammenlebens in einer sich diversifizierenden Gesellschaft vor dem Hintergrund der europäischen Gewaltgeschichte und einer inklusiven und multiperspektivischen Erinnerungskultur.‍

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Do 31. Aug 2023, 9-10 Uhr, Trabener Straße 45, Berlin

Setzung der Stolpersteine für Martha und Elisabeth Nehab in BerlinAm 24. September 1942 wurden bei Gargellen im Montafon Martha und Elisabeth Nehab aus Berlin verhaftet. Sie hatten eine Woche im Hotel Madrisa verbracht, auf der Suche nach einem Weg in die Schweiz, um der drohenden Deportation zu entkommen. In St. Gallenkirch, im Gemeindekotter, nahmen sie sich in der Nacht darauf das Leben.

An der letzten Berliner Adresse von Martha und Elisabeth Nehab werden nun auf Betreiben der Stolpersteininitiative Charlottenburg-Wilmersdorf – unterstützt durch die Gemeinde St. Gallenkirch in Vorarlberg – Stolpersteine zur Erinnerung an die Beiden verlegt. Das Projekt des Kölner Künstlers Gunter Demnig hat inzwischen zur Realisierung von mehr als 100.000 solcher Erinnerungszeichen für Opfer des Holocaust und des NS quer durch Europa geführt. Auch die Mutter der beiden Geschwister, die sich im August 1942 in Berlin das Leben genommen hat, wird einen Stolperstein vor dem Haus Trabener Straße 45 bekommen. Ihr Suizid war das Signal für die beiden Schwestern zur Flucht.

Foto: Gästebuch des Hotel Madrisa, 1942. Foto: Hanno Loewy

Link zur Geschichte von Martha und Elisabeth Nehab auf „Über die Grenze“:
Nichts mehr zu verlieren: Martha und Elisabeth Nehab aus Berlin auf dem Weg zum Sarotlapass, Gargellen, 24. September 1942 

 

Viertel+Kuchen

Letzter Termin: Sonntag 27. August um 11 Uhr

Das Jüdische Viertel von Hohenems ist weit über Vorarlberg hinaus einzigartig, sein fast lückenlos erhaltenes Ensemble steht großteils unter Denkmalschutz. Unser Rundgang startet beim Jüdischen Museum Hohenems. Von hier aus erkunden wir die Straßen im Viertel und tauchen in die jahrhundertealte Geschichte der Gebäude und ihrer Bewohner ein. Anschließend laden wir Sie auf einen Bagel ins Museumscafé ein, mit der Möglichkeit sich in gemütlicher Runde auszutauschen. An diesem Tag ist der Eintritt in die Ausstellungen des Museums für Sie gratis. Neben der Dauerausstellung zur über 400-jährigen Geschichte der jüdischen Gemeinde Hohenems ist im Sommer 2023 die aktuelle Ausstellung „A Place of Our Own“ zu sehen.

 

Nur mit Anmeldung bis spätestens 16 Uhr, am Freitag davor
Treffpunkt 11 Uhr, Foyer Jüdisches Museum Hohenems
Dauer Führung ca. 1,5 St., anschließend Essen im Museum. Vor und nach dem Programm stehen die Ausstellungen des Museums zur individuellen Erkundung offen.
Kosten € 18,- (Eintritt Museum, Führung im Viertel, Kaffee und Kuchen) Kinder unter 6 Jahren gratis!

Alle öffentlichen Führungen 

 

Fr 14. Juli 2023, 15.00-17.30 Uhr: Eine Fahrradtour von Partenen nach St. Gallenkirch mit Michael Kasper

Beginnend mit den Themen Zwangsarbeit und Widerstand, die in Partenen eng mit der Geschichte der Vorarlberger Illwerke verknüpft sind, wird auf der Route talauswärts regionalen Spuren von Flucht und
Widerstand nachgespürt. Das Schicksal der Gaschurner Krankenschwester Pauline Wittwer, deren Hilfe für Kriegsgefangene im KZ endete, die Widerstandstätigkeit des evangelischen Theologen Emil Fuchs in Gortipohl und die Fluchthilfe Meinrad Juens bzw. die geglückten und gescheiterten Fluchtgeschichten Inge Ginsbergs, Elisabeth und Marta Nehabs sowie Jura Soyfers in St. Gallenkirch werden im Nahbereich der Gebirgsgrenze nachgezeichnet.

Michael Kasper ist Historiker und Leiter der Montafoner Museen.

Eine Veranstaltung in Kooperation mit den Montafoner Museen und dem
Geschichtsverein der Region Bludenz

Sa 8. Juli 2023, 14.00-15.30 Uhr: Eine Fahrradtour rund um Bludenz mit Christof Thöny

Für viele Menschen, die vor der NS-Diktatur in die Schweiz flüchteten, war Bludenz eine Durchgangsstation, die mit dem Zug erreicht werden konnte. Das gilt etwa für Franz Weinreb, der sich über das Brandnertal Richtung Schweizer Grenze durchschlug. Solche Schicksale werden bei der Radtour rund um Bludenz thematisiert. Darüber hinaus werdenErinnerungsorte in der Stadt einbezogen, die in der Biografie jener Familien eine Rolle spielten, die sich zwischen 1938 und 1945 in Bludenz aufhielten. Christof Thöny ist Lehrer und Historiker und für das Stadtarchiv Bludenz tätig. Eine Veranstaltung in Kooperation mit dem Stadtarchiv Bludenz und dem Geschichtsverein Region Bludenz

Ausschreibung einer wissenschaftlichen Summer Residency in Hohenems

Summer Residency in Hohenems
von 26. Juni bis 23. Juli 2023

Auch in diesem Jahr vergibt das Projekt #OhneAngstVerschiedenSein  wieder eine einmonatige Summer Residency in Hohenems. Wir wollen damit insbesondere jungen Wissenschaftler*innen die Möglichkeit geben, sich intensiv mit einem spannenden Forschungsthema auseinanderzusetzen.

In Kooperation mit Dock 20 – Kunstraum und Sammlung Hollenstein  fördern wir mit einer Ausstellung, einem Sammelband, Workshops und Interventionen von Sommer bis Herbst 2023 eine kritische und an multiperspektivischen Ansätzen orientierte Auseinandersetzung mit Erinnerungskultur (in Vorarlberg und darüber hinaus). Einen Schwerpunkt wird die künstlerische und wissenschaftliche Auseinandersetzung mit sogenannten „Heldendenkmälern“ bilden.

Alle Informationen zur Ausschreibung finden Sie hier:
Open-Call_Research-Residency 

Bewerbungen
bitte als pdf bis zum 20. April 2023 an:
Arnon Hampe

hampe@jm-hohenems.at 
Tel. +43 5576 73989-19
Jüdisches Museum Hohenems
Villa Heimann-Rosenthal
Schweizer Str. 5
6845 Hohenems

Titelfoto: Arnon Hampe