Author Archives: Birgit Sohler

Vorschau: Alles vergessen

Vorschau: Alles vergessen

Alles vergessen15. November 2026 bis 03. Oktober 2027

Die Ausstellung Alles vergessen im Jüdischen Museum Hohenems beschäftigt sich aus kulturhistorischer Perspektive mit den unterschiedlichen Bedeutungsebenen des Vergessens und thematisiert dabei individuelle, kulturelle und gesellschaftliche Auseinandersetzungen zwischen Geschichte und Gegenwart.

Im Judentum hat die Erinnerung an biblische Ereignisse eine zentrale Stellung an fast allen Feiertagen und religiösen Ritualen. Gleichzeitig gibt es aber auch die Aufforderung zu vergessen. Im Hebräischen reimen sich die Wörter lischkoach – Vergessen – und koach, das sowohl Macht als auch Stärke bedeutet. Darin spiegelt sich die doppelte Natur des Vergessens.

Museen sind mit dem Anspruch verbunden, zu bewahren und zu erinnern. Doch wie gehen (Jüdische) Museen mit dem Vergessen um? Was wird gesammelt, was entsorgt? Was wird ausgestellt, und was nicht einmal inventarisiert?

Nach 1945 wollten viele Österreicher:innen vergessen was geschehen war und woran sie sich beteiligt hatten. Diese „Vergessenskultur“ wurde erst mit der Waldheim-Affäre 1986 aufgebrochen. Die damals beginnende Erforschung der Rolle Österreichs im Nationalsozialismus, des Erinnerns an die Opfer sowie die Forderung nach Verantwortung hat vieles in Gang gesetzt und dem Vergessen entrissen. Inzwischen kann jedoch der Aufschwung einer neuen Bewegung beobachtet werden, welche die Geschichte hinter sich lassen will und Erinnerungskulturen unterschiedlicher Gewalterfahrungen gegeneinander ausspielt, statt sich mit ihnen auseinanderzusetzen.

Daher ist es wichtig, über Mechanismen des Vergessens zu sprechen und zu fragen, was verdrängt und überschrieben, was übersehen und was bewusst ausgelöscht wird. Die Ausstellung lädt dazu ein, Vergessen als Teil einer komplexen Auseinandersetzung mit Geschichte und Gegenwart zu begreifen.

Was vergessen wir? Was dürfen wir nicht vergessen? Und was müssen wir vielleicht vergessen? Wieviel Vergessen steckt in jedem Erinnern?

Teilnehmende Künstler:innen
Arnold Dreyblatt, Dani Gal, Brigitte Kowanz, Maya Schweizer, Sigrid Sigurdsson, William Utermohlen, Gali Yudilevich, Patrick Zachmann

Alles vergessen
15. November 2026 bis 03. Oktober 2027
Jüdisches Museum Hohenems

Eine Ausstellung des Jüdischen Museums Hohenems in Kooperation mit dem Jüdischen Museum Wien

Aktuelle Ausstellung – nur noch bis 04. Okt 2026!

„Die Morgenländer. Jüdische Forscher und Abenteurer auf der Suche nach dem Eigenen im Fremden“ | 16. November 2025 bis 04. Oktober 2026 | Mit der Ausstellung „Die Morgenländer“ schauen wir auf die Entstehung der Orientwissenschaften im 19. Jahrhundert und machen eine überraschende Erkenntnis stark: Die Entwicklung der Islamwissenschaften, der Arabistik und der Orientalistik war eng mit der Wissenschaft des Judentums, mit Emanzipation und Reform verbunden.

Buchpräsentation mit Meinrad Pichler HIN UND HER am 24. Sep 2026 um 20 Uhr im ORF-Landesfunkhaus

Zum Buch: Klaus Lutz
Zum Thema: Jasmin Ölz im Gespräch mit Irene Aue-Ben-David und Harald Walser

Migration ist eine Konstante der Menschheitsgeschichte. Die Ursachen und Anlässe dafür sind vielfältig. Wenn das Wanderungsziel enttäuscht, ist eine Rückwanderung ein möglicher Ausweg. Eine Auswanderung nach Amerika barg im 19. Jahrhundert auch für Menschen aus Vorarlberg ein erhebliches Risiko. Aber auch eine Rückkehr gestaltete sich oft problematisch, weil ein Aufenthalt in den USA die Auswanderer:innen verändert hat. Von solchen, oft komplizierten und abenteuerlichen Wanderungsverläufen über den Atlantik erzählt der Band am Beispiel von 21 Personen aus und in Vorarlberg.

Donnerstag, 24. September 2026 um 20 Uhr
im ORF-Landesfunkhaus Vorarlberg, Dornbirn

Anmeldung unter:
karten.vbg@orf.at oder 05572-301

„Es werden leben Deine Todten“ Der Jüdische Friedhof Hohenems

16. September 2026 um 17 Uhr im Vorarlberger Landesarchiv

„Es werden leben Deine Todten“
Der Jüdische Friedhof Hohenems

Programm
Begrüßung und Moderation – Clemens Andreasch
Vortrag – Raphael Einetter
Umtrunk

„Es werden leben Deine Todten“. Dieser, auf einer Gedenktafel über dem Hauptportal angebrachte, Satz aus dem Buch Jesaja (Kapitel 26, Vers 19) begrüßt bereits seit 1900 die Besucherinnen und Besucher des Jüdischen Friedhofs in Hohenems. Die Tafel entstand im Zuge der bisher letzten Erweiterung, als neben einem weiteren Gräberfeld unter anderem eine Friedhofshalle errichtet wurde, und verweist auch darauf, dass die Geschichte des Friedhofs bis ins Jahr 1617 zurückreicht.

2024 erschien in Kooperation zwischen dem Jüdischen Museum Hohenems und dem Verein zur Erhaltung des Jüdischen Friedhofs in Hohenems das Buch „Es werden leben Deine Todten“. Der Jüdische Friedhof Hohenems, hrsg. von Raphael Einetter. Es nimmt sich nicht nur der Entwicklung der Ruhestätte, sondern auch der über siebzigjährigen Vereinsgeschichte an. Herausgeber Raphael Einetter engagiert sich seit 2014 bzw. 2018 für die beiden Institutionen und klärt auf, warum sich die lokale Erinnerungskultur ohne die Gründung des Friedhofsvereins heute wohl anders darstellen würde.

Veranstaltungsort:
Vorarlberger Landesarchiv
Kirchstraße 28, 6900 Bregenz
T +43 5574 511 45005
landesarchiv@vorarlberg.at
www.vorarlberg.at/landesarchiv ►

Nachruf

Monika Helfer (1947 – 2026)

Die Vorarlberger Autorin Monika Helfer ist am 2. August 2026 im Alter von 78 Jahren in Folge eines Sturzes überraschend verstorben.

Monika Helfer wurde in Au im Bregenzerwald geboren und lebte mit ihrem Mann Michael Köhlmeier in Hohenems und Wien. Sie veröffentlichte Romane, Erzählungen und Kinderbücher und erhielt für ihr Werk zahlreiche Auszeichnungen.

Monika Helfer war dem Jüdischen Museum über viele Jahre sehr verbunden, ihre Texte finden sich in der Kinderausstellung des Jüdischen Museum Hohenems, die sie mitentwickelt hat, ihre Stimme begleitet unsere Besucher und Besucherinnen auf den Audioguides durch unser Haus. Gemeinsam mit Michael Köhlmeier hat sie 2010 in dem Buch „Rosie und der Urgroßvater“ eine Sprache gefunden, Themen wie Ausgrenzung, Verfolgung und Flucht in kindgerechten Geschichten zu erzählen.

Monika Helfer und ihre kluge und schöne Stimme wird uns allen fehlen. Wir im Jüdischen Museum Hohenems trauern mit ihrer Familie.

Irene Aue-Ben-David und das Museumsteam
Jüdisches Museum Hohenems

Viertel+Bagel – Viertel+Kuchen

Unterwegs im Jüdischen Viertel HohenemsViertel+Bagel Öffentliche Führung durch das Jüdische Viertel mit anschließendem Cafébesuch und freiem Eintritt in alle Ausstellungen
Termine: Samstags, jeweils 11:00 bis 12:30 Uhr
25. Juli | 01.+08.+15.+22.+29. August | 05. Sept 2026

 Das Jüdische Viertel von Hohenems ist weit über Vorarlberg hinaus einzigartig, sein fast lückenlos erhaltenes Ensemble steht großteils unter Denkmalschutz. Unser Rundgang startet beim Jüdischen Museum Hohenems. Von hier aus erkunden wir die Straßen im Viertel und tauchen in die jahrhundertealte Geschichte der Gebäude und ihrer Bewohner ein. Anschließend laden wir Sie herzlich auf einen Bagel ins Museumscafé ein, mit der Möglichkeit sich in gemütlicher Runde auszutauschen.
Information und Anmeldung ►

Viertel+Kuchen Öffentliche Führung durch das Jüdische Viertel mit anschließendem Cafébesuch und freiem Eintritt in alle Ausstellungen
Termine: Sonntags, jeweils 14:00 bis 15:30 Uhr
26. Juli | 09.+16.+23.+30. August

 Das Jüdische Viertel von Hohenems ist weit über Vorarlberg hinaus einzigartig, sein fast lückenlos erhaltenes Ensemble steht großteils unter Denkmalschutz. Unser Rundgang startet beim Jüdischen Museum Hohenems. Von hier aus erkunden wir die Straßen im Viertel und tauchen in die jahrhundertealte Geschichte der Gebäude und ihrer Bewohner ein. Anschließend laden wir Sie herzlich auf Kaffee und Kuchen ins Museumscafé ein, mit der Möglichkeit sich in gemütlicher Runde auszutauschen.
Information und Anmeldung ►

 

Ihr Besuch

Hier erfahren Sie alles über Ihren Besuch im Jüdischen Museum Hohenems: Informationen zu Anreise, Eintrittspreisen, Öffnungszeiten, öffentlichen Führungen und Angebote für Gruppen.

Eröffnung Stadtarchiv Hohenems am 11. Juni 2026

Eröffnung des Stadtarchivs Hohenems
Do 11. Juni 2026, Rathaus Hohenems, Radetzkystraße 5

Nach mehreren Jahren sorgfältiger Planung ist es nun so weit: Das Stadtarchiv Hohenems öffnet seine Türen. Der Abend bietet die Möglichkeit, die neuen Räumlichkeiten kennenzulernen, Einblicke in die Arbeit der Archive zu gewinnen, miteinander ins Gespräch zu kommen und diesen wichtigen Schritt für die Stadt Hohenems gemeinsam zu feiern.

ab 16.00 Uhr:
Besichtigung der neuen Archivräume
18.00 Uhr:
Offizielle Eröffnungsfeier mit Grußworten von Bürgermeister
Dieter Egger und Beiträgen von Markus Schmidgall (Vorarlberger
Landesarchiv), Raphael Einetter (Jüdisches Museum Hohenems) und
Martina Luschin (Stadtarchiv Hohenems)
ab 19.00 Uhr:
Gemütlicher Ausklang mit Getränken & kleiner Stärkung

Anmeldung: stadtarchiv@hohenems.at
Mehr Infos unter: Eröffnung Stadtarchiv – Stadt Hohenems ►

Im Rahmen des Internationalen Tags der Archive 2026
www.voea.at ►

 

Titelbild: „Vor 130 Jahren, im Oktober 1896, bewarb sich Dr. Aron Tänzer mit Erfolg auf die freie Rabbinerstelle in Hohenems. In seiner knapp zehnjährigen Amtszeit prägte er sowohl die Kultusgemeinde als auch die Marktgemeinde maßgeblich. So fertigte er 1903 etwa jenes Archiv-Register an, zu dessen Ausarbeitung er von Bürgermeister August Reis beauftragt wurde.“

emsiana 2026 – Hohenemser Kulturfest

Vom 21. bis 24. Mai 2026 wird ganz Hohenems zur Bühne: Unter dem Motto „Reisen“ lädt das Kulturfest zu Konzerten, Lesungen, Diskussionsrunden, Führungen, Film- und Tanzvorstellungen, Ausstellungen und heuer erstmals auch zu einem Discoabend.

Öffnungszeiten Museum & Café
Unsere Öffnungszeiten während der emsiana:
Do 10-17 Uhr | Fr 10-21 Uhr | Sa 10-21 Uhr | So 10-17 Uhr

Das gesamte emsiana-Programm: www.emsiana.at ►

Tickets
Da die Kartenkontingente beschränkt sind, empfiehlt sich ein frühzeitiger Kauf online über Ticketist ► oder bei den genannten Vorverkaufsstellen.

„Hin und weg. Über jüdische Reisende“

Anmeldung möglich bis 31. Mai 2026