Jüdischer Friedhof
Die Steine der Erinnerung

Der Jüdische Friedhof von Hohenems ist eines der bedeutendsten kulturhistorischen Zeugnisse des Landes. 1617, als Graf Kaspar von Hohenems die Ansiedlung jüdischer Familien erlaubte, wurde den neuen Bürgern auch ein Grundstück als Friedhof zugewiesen. Es liegt etwa 2 km südlich vom Stadtkern am bewaldeten Abhang des Schwefelberges. Insgesamt dürften weit über 500 Gräber auf dem Gelände liegen, von denen 379 Grabsteine erhalten blieben. Noch heute dient der Friedhof als Begräbnisstätte.

1938 wurde der Friedhof als Besitz der Jüdischen Gemeinde Hohenems von der nationalsozialistischen Gemeindeverwaltung beschlagnahmt und “arisiert”. In der Folge kam es zu Friedhofsschändungen – nicht Zerstörung – und nach Kriegsende zur Rückstellung an die Kultusgemeinde in Innsbruck. Seit 1954 befindet sich der Friedhof im Besitz eines Schweizer Vereins, den Nachkommen jüdischer Familien aus Hohenems zur Erhaltung gegründet haben. Der Friedhofsverein sorgt für die Grabpflege und für allfällige Restaurierungsmaßnahmen. Er wird dabei von einzelnen Familien sowie vom Bundesdenkmalamt, der Stadt Hohenems und dem Land Vorarlberg finanziell unterstützt.

Eine Führung auf dem Jüdischen Friedhof kann verschieden lang ausfallen – je nachdem, ob sie mit anderen Besichtigungsangeboten kombiniert wird oder nicht. Schwerpunktsetzungen sind möglich.