Europäische Sommeruniversität für jüdische Studien
"KRYPTO. Jüdisches im Verborgenen"9. bis 14. Juli 2017

Eine Veranstaltung der Abteilung für Jüdische Geschichte und Kultur der Ludwig-Maximilians-Universität München, des Instituts für Jüdische Studien der Universität Basel, des Zentrums für Jüdische Kulturgeschichte der Universität Salzburg, des Instituts für Judaistik an der Universität Wien, des Lehrstuhls für Judaistik der Otto-Friedrich-Universität Bamberg und der Sigi-Feigel- Gastprofessur für Jüdische Studien an der Universität Zürich – in Zusammenarbeit mit dem Jüdischen Museum Hohenems.

Die Europäische Sommeruniversität für Jüdische Studien Hohenems wird sich vom 9. bis 14. Juli 2017 einem oft verdrängten und zugleich immer wieder populäre Phantasien auslösenden Thema zuwenden: Dem verborgenen Judentum von zwangsweise konvertierten, assimilierten oder verfolgten Juden.

Angesichts von Jahrhunderten der Verfolgung und des äußeren Drucks, sich durch Konversion oder Anpassung an die Religion oder Kultur der Umgebung anzugleichen, nimmt es nicht wunder, dass Jüdisches oft nur im Verborgenen überlebt hat. Das oft beschworene, seltener wirklich erforschte, Beispiel der „Marranen“ – die nach den Zwangstaufen der Reconquista auf der iberischen Halbinsel über Jahrhunderte hinweg die Erinnerung in ihre jüdische Herkunft gepflegt haben – ist nur eine extremes Beispiel dafür. Zwischen der heimlichen Ausübung jüdischer Traditionen durch die sogenannten „Kryptojuden“, schrittweiser Akkulturation und erzwungener Assimilation gibt es vielfältige Ausprägungen von dem, was wir Jüdisches im Verborgenen nennen können. Auf der anderen Seite stehen verbreitete Fantasien über jüdische Geheimnisse und ein neues Phänomen: die Sehnsucht nach einer jüdischen Herkunft, die sich ebenfalls des Narrativs des Marranentums und der Kryptojuden bemächtigt.

Die Sommeruniversität für jüdische Studien Hohenems steht Studierenden aller Fachbereiche offen. Bevorzugt an­ genommen werden Studierende der Jüdischen Studien der beteiligten Universitäten, Bamberg, Basel, München, Salzburg, Wien und Zürich.

Öffentliche Veranstaltungen im Rahmen der Sommeruniversität:

So 9. Juli 2017, 17:00 Uhr
Verborgen, verwirrt und verloren – Jüdische Identitäten im Gefolge der Zwangskonversionen auf der Iberischen Halbinsel (14./15. Jh.)
Vortrag von Prof. Dr. Susanne Talabardon (Bamberg)  mehr 

So 9. Juli 2017, 19.00–20.30 Uhr
“Can you keep a secret?”
Marranismus als historisches und kulturelles Phänomen

Vortrag von Prof. Dr. Harm den Boer (Basel)  mehr 

Di 11. Juli 2017, 20.00–21.30 Uhr
Zeitzeugengespräch mit Dr. Lucia Heilman Leben im Versteck – als jüdisches Kind im nationalsozialistischen Wien
Das Gespräch mit Dr. Lucia Heilman führt Univ.-Prof. Dr. Albert Lichtblau (Salzburg)  mehr 

Mi 12. Juli 2017, 20.00–21.30 Uhr
Eine ‚verborgene‘ Architektur?
Synagogen und ihre Sichtbarkeit zwischen Neuzeit und Moderne

Vortrag von PD Dr.-Ing. habil Ulrich Knufinke (Braunschweig)  mehr 

Do 13. Juli 2017, 19.30–21.00 Uhr
Bal Ej: ”The Hidden Jews of Ethiopia“
Filmvorführung, anschließend Gespräch mit der Regisseurin Irene Orleansky (Tel Aviv)  mehr