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Schon im 17. bis 19. Jahrhundert waren die Hohenemser Juden gezwungen, ihre Kinder häufig nach anderen Orten hin (im Süddeutschen Raum oder auch in Norditalien) zu verheiraten, da die Zahl der Matrikel und damit der bewilligten Familien beschränkt blieb.
In den 60er Jahren des 19. Jahrhunderts veränderten sich die Bedingungen für jüdische Ansiedlung in der Schweiz und Österreich grundlegend. In St. Gallen durften sich nun Juden niederlassen; und auch in Tirol wurde ab 1867 im Rahmen des Staatsgrundgesetzes die Ansiedlung für Juden freigegeben. In der Folge wanderten viele Jüdische Familien von Hohenems ab, denn insbesondere in der Schweiz waren die wirtschaftlichen Möglichkeiten größer. Innerhalb weniger Jahrzehnte schmolz die Gemeinde von Hohenems von mehr als 500 Seelen auf 100 ab, während die neu gegründete Jüdische Gemeinde von St. Gallen insbesondere durch Hohenemser Zuwanderung entstand.
Andere Familien ließen sich weiterhin in Deutschland oder Italien nieder und schon seit Mitte des 19. Jahrhunderts wanderten einzelne auch in die USA aus, wie August Brentano, der eine große Buchhandelskette begründete. Heute leben Nachkommen der Hohenemser Juden unter anderem in Australien und Belgien, den USA, England und Israel, der Schweiz und Frankreich, Deutschland, Spanien und Österreich. So entstand im Laufe der Zeit eine Hohenemser Diaspora, die selbst nach der Vertreibung, Deportation und Ermordung der letzten Hohenemser Juden während der Nazizeit von einer wach bleibenden Erinnerung an eine lange Blüte der Gemeinde in Hohenems geprägt war.
In den letzten Jahren ist in den Familien das Interesse untereinander, an genealogischen Recherchen zur Familiengeschichte und schließlich auch an der Gegenwart in Hohenems wieder gewachsen, nicht zuletzt durch die Existenz des Jüdischen Museums.
So bilden die Nachkommen der Hohenemser Juden inzwischen so etwas wie eine virtual community, deren innerer Zusammenhalt fruchtbar und produktiv geworden ist.
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