Tue, 14. Apr 2015, 19:30-21:30 Mörderische Heimat: Verdrängte Lebensgeschichten jüdischer Familien in Bozen und Meran book launch and conversation with Sabine Mayr, Joachim Innerhofer and Leopold Steurer (in German)

Als die Brennerbahn ab 1867 auch ärmere Patienten nach Meran brachte, wurde der Ruf nach der Schaffung einer jüdischen Gemeinde in Meran immer lauter, doch wurde ein eigenes Rabbinat für Meran nicht zugelassen und die Juden Merans mussten als “Königswarter Stiftung” auftreten. 1893 lebten in Meran um die 100 Juden, und bis zu 1.000 jüdische Kurgäste suchten im Jahr die Kurstadt auf, darunter die wohlhabendsten, liberal gesinnten Familien der Habsburgermonarchie. Heute noch beeindruckt das aus Spenden finanzierte Gebäude des 1909 vergrößerten jüdischen Sanatoriums neben der Synagoge. 1921 staatlich anerkannt, blieb die Kultusgemeinde auch nach dem Ersten Weltkrieg für die Weiterentwicklung Merans weiterhin wichtig und Meran konnte sich wieder als Kurstadt etablieren. Bis 1938 lebten allein in Meran 400 Gemeindemitglieder, darunter waren Kurärzte, Chemiker, Hoteliers, Gastronomen, Rechtsanwälte, Schriftsteller, Künstler und zahlreiche jüdische Kaufleute. Weitere ca. 600 Menschen, die nicht religiös oder konvertiert waren, wurden von den faschistischen Behörden als “jüdisch” erfasst. Sie alle teilten das Schicksal, Südtirol innerhalb weniger Wochen verlassen zu müssen, ihren Besitz dabei zurückzulassen und ab September 1943, von teilweise ihnen bekannten Mitgliedern der SS, des SD, der Gestapo oder des Südtiroler Ordnungsdienstes (SOD) verfolgt, ihr Leben retten zu müssen. An die Flucht jener Menschen, die in Südtirol keinen Schutz fanden und die Verfolgungen nicht überlebten, erinnert das Buch “Mörderische Heimat”, das Joachim Innerhofer, Sabine Mayr und der Historiker Leopold Steurer am 14. April 2015 im Jüdischen Museum in Hohenems vorstellen. Mörderische Heimat: Verdrängte Lebensgeschichten jüdischer Familien in Bozen und Meran. Hrsg.: Jüdisches Museum Meran. Joachim Innerhofer und Sabine Mayr, mit einem Vorwort von Peter Turrini. Edition Raetia, Bozen 2015, 24,90 € 

  Location
Jewish Museum Hohenems
Villa Heimann-Rosenthal
Schweizer Straße 5, 6845 Hohenems
Phone: 0043 (0)5576 73989 0
office@jm-hohenems.at 

Cover_MoerderischeHeimat

Admission free!




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