Café
Der kommunikative Treffpunkt des Museums

Das Museumscafé ist für Besucher und Stammgäste kommunikativer Treffpunkt und Erholungsort – bei einer Tasse Kaffee, Tee oder einem Glas koscheren Wein, einem Bagel oder einem Stück Hochzeitskuchen (dem Rezept folgend, das in einem im Museum ausgestellten Liebesbrief von 1675 überliefert ist). Wir bieten Ihnen eine große Auswahl an regionalen und überregionalen Zeitungen und Zeitschriften.
Das Café erinnert zugleich an die Hohenemser Lesegesellschaft, die 1813 von Hohenemser Juden gegründet wurde. Ihr Zweck bestand „in einem ceremonielosen Zusammentreten der Mitglieder, um teils in Diskurs, teils in Verlesen besonders auffallender Passagen aus Zeitungen und Büchern ihren Unterhalt zu finden“, wie es in den Statuten hieß.
Die Lesegesellschaft hatte mehr als 30 Mitglieder, meist jüngere Angehörige der jüdischen Gemeinde, die als Kaufleute, oder als Lehrer, Handlungsgehilfen oder Sekretäre im Dienst von Hohenemser Familien arbeiteten. Die Gesellschaft bestand nur wenige Jahre, doch sie bildete den Auftakt zu den reformerischen und aufklärerischen Tendenzen in der jüdischen Gemeinde. Wie wir aus einer im Löwenberg-Haus, Schweizer Straße 4, gefundenen „Bücherliste“ wissen, wurden im jüdischen Hohenems die Werke der Aufklärung aber auch die zeitgenössische Literatur gelesen.
Diese Tradition literarischer Kultur und des Diskurses wurde von der im Jahre 2004 neu gegründeten Lesegesellschaft im Jüdischen Museum wieder aufgenommen. Die Lesegesellschaft ist an der Organisation des Hohenemser Literaturpreises für deutschsprachige Literatur von AutorInnen nicht-deutscher Muttersprache beteiligt, der seit 2009 alle zwei Jahre verliehen wird.