Jukebox! Jewkbox
Jukebox. Jewkbox!
Ein jüdisches Jahrhundert auf Schellack und Vinyl
19. Oktober 2014 bis 8. März 2015

Ende des 19. Jahrhunderts veränderte ein deutsch-jüdischer Emigrant in den USA die Welt. Mit Emil Berliners Erfindung des Grammophons und der Schallplatte hatte das Zeitalter der Massenunterhaltung ihr erstes globales Medium gefunden.

Einhundert Jahre lang waren Schellack und Vinyl die Tonträger der populären Kultur. Auf ihnen verdichteten sich alle Erfahrungen des 20. Jahrhunderts, seine Utopien und Katastrophen, Illusionen und Hoffnungen. Die Schallplatte, massenhaft reproduziert und am kollektiven Geschmack orientiert, war gleichzeitig Ausdruck von persönlicher Identität und Gegenstand eines Rituals. Auch die jüdische Erfahrung des 20. Jahrhunderts hat auf Schallplatten ihren Ausdruck gefunden, von der Verwandlung synagogaler Musik in bürgerlichen Kunstgenuss bis zur Neuerfindung jüdischer Folkmusic, von der Karriere jiddischer Theaterlieder auf dem Broadway bis zur Rebellion des Punk.

Die Geschichte der Schallplatte ist auch eine Geschichte jüdischer Erfinder, Musiker, Komponisten, Musikproduzenten und Songwriter. Ihre Musik – der allgegenwärtige Sound des 20. Jahrhunderts mit seinen bekanntesten Songs, Musicals und Filmmusiken – war nicht immer „jüdische“ Musik, aber immer auch ein Produkt jüdischer Geschichte und Erfahrung.

Jukebox. Jewkbox! präsentiert diese Geschichte von den ersten Grammophonen und Schellackplatten bis zur Auflösung des Mediums im World Wide Web – eine Entdeckungsreise durch unbekannte Welten der populären Kultur, begleitet von persönlichen Erzählungen über Schallplatten, die manches Leben verändert haben.

Eine Ausstellung des Jüdischen Museums Hohenems
in Zusammenarbeit mit dem Jüdischen Museum München

Ausstellungsstationen:
Jüdisches Museum München, 24.3.2015 – 22.11.2015
Museum für Kommunikation Frankfurt am Main, 18.2.2016 – 29.5.2016
Jüdisches Museum London, 14.7.2016 – 16.10.2016
Museum of the History of Polish Jews, 3.2.2017 – 31.5.2017
Jewish Historical Museum Amsterdam, 30.6.2017 – 7.1.2018

Kurator:
Hanno Loewy (Hohenems)
Design:
atelier stecher (Götzis)
Roland Stecher und Thomas Matt
Redaktion:
Michaela Feurstein-Prasser (Wien)
Übersetzungen:
Lilian Dombrowski (Raanana) / Christopher Wynne (Bad Tölz)
Vermittlung:
Angelika Purin und Judith Niederklopfer-Würtinger (Hohenems)
Öffentlichkeitsarbeit, Organisation, Filmprogramm:
Birgit Sohler (Hohenems)
Sekretariat:
Gerlinde Fritz (Hohenems)