„Macht“

Europäische Sommeruniversität für jüdische Studien, Hohenems 22. bis 27. Juli 2018

Jüdische Geschichte wird, zumal wenn sie von der Diaspora handelt, oft genug als Geschichte der Ohnmacht wahrgenommen – oder antisemitisch gefärbt als Geschichte „geheimer Macht“.
Die 10. Europäische Sommeruniversität für Jüdische Studien Hohenems wird sich der Frage annehmen, ob es jenseits dieses Schwarz-weiß-Bildes nicht bedeutsame Facetten zu entdecken gilt. mehr 

Öffentliche Vorträge im Rahmen der Sommeruniversität:

So 22. Juli 2018, 17.00 Uhr
Prof. Dr. Gerhard Langer (Wien)
Macht der Rabbinen. Eine innerjüdische Erfolgsgeschichte mehr 

So 22. Juli 2018, 19.00 Uhr
Prof. Dr. Moshe Zimmermann (Jerusalem)
„Shimshon der Nebechdiker“. Das Selbstbild Israels zwischen Souveränität, Macht und Gewalt mehr 

Di 24. Juli 2018, 20.00 Uhr
Dr. Ole Frahm (Frankfurt)
Retter, Ding, Monstrum: Golems und Superhelden im Comic mehr 

Mi 25. Juli 2018, 20.00 Uhr
Prof. Dr. Alfred Bodenheimer (Basel)
Macht und Ohnmacht des Geldes. Realität und Bearbeitungen des Jud Süss mehr 

Sommeruniversität 2018
Information und Anmeldung 
Programmheft 2018 (pdf) 

Aktuelle Ausstellung

Sag Schibbolet! Von sichtbaren und unsichtbaren Grenzen18. März bis 7. Oktober 2018

Eine Ausstellung des Jüdischen Museums Hohenems
In Zusammenarbeit mit dem Jüdischen Museum München

Während man von Globalisierung und internationaler Gemeinschaft spricht, werden überall in der Welt neue Grenzzäune und Mauern errichtet: um Staaten, besetzte Territorien und exklusive Wohnsiedlungen, zwischen öffentlichem und privatem Raum, Erlaubtem und Unerlaubtem. Manche dieser Grenzen sind durchlässig und andere tödlich, manche sichtbar gezogen und andere durch kulturelle Codes, Sprachtests oder biometrische Verfahren bewehrt. Grenzen entscheiden über Leben und Tod, „Identität“ und „Fremdheit“, Zugehörigkeit und Ausschluss.

News – Maecenas Ö1-Publikumspreis 2017

Das Jüdische Museum Hohenems erhält den Maecenas Ö1-Publikumspreis 30.11.2017

Das unabhängige Wirtschaftskomitee Initiativen Wirtschaft für Kunst  (IWK) vergab heuer bereits zum 29. Mal zusammen mit dem ORF den Österreichischen Kunstsponsoringpreis MAECENAS für die Förderung von Kunstprojekten.

Diesmal wurde am 29. November 2017 wieder der Maecenas Ö1-Publikumspreis vergeben, aus dem das Jüdische Museum Hohenems mit mehr als 50% der Voten bei fünf starken Mitbewerbern mit großem Vorsprung als Sieger hervorging.

Verantwortung für eine gelingende zivile Gesellschaft nimmt das Jüdische Museum Hohenems seit vielen Jahren wahr – oft auch gemeinsam mit Partnern aus der Wirtschaft. Schon 2007 wurde für die Zusammenarbeit die Firma Collini mit einem Maecenas-Preis ausgezeichnet. Aber auch mit anderen Wirtschaftsunternehmen arbeitet das Museum eng zusammen, so zum Beispiel mit der Firma Tectum in Hohenems oder der Dornbirner Sparkasse, mit den Vorarlberger Kraftwerken und vielen Hohenemser Dienstleistungsunternehmen.

Eine langjährige Zusammenarbeit verbindet das Jüdische Museum mit der Vorarlberger Wirtschaftskammer und den Tourismusinstitutionen in Vorarlberg. Gemeinsam engagieren wir uns für innovative Konzepte eines kultur- und geschichtsbewussten Tourismus und für einen offenen Umgang der Region mit Menschen, die zu uns kommen. Gemeinsam mit unseren Sponsoren arbeiten wir daran, das Museum zu einem Ort des zivilen Miteinanders zu machen, geprägt von der Anerkennung des „Anderen“.

Der „Maecenas“ wurde 2017 in folgenden Kategorien vergeben:
* Bestes Kunstsponsoring „Klein- und Mittelbetriebe“
* Bestes Kunstsponsoring „Grossunternehmen“ und
* Sonderpreis „Kunst & Kultur – für Kulturanbieter“.
* Maecenas Ö1-Publikumspreis

Im vergangenen Jahr hat das Museum den Sonderpreis „Kunst&Kultur – für Kulturanbieter“ erhalten. Damals urteilte die Jury:
„Ein Museum des 21. Jahrhunderts sammelt nicht einfach gerahmtes oder verglastes Gedächtnis. Das Museum ist eine Brücke zwischen Erinnerung und Engagement – also genau das, was das Jüdische Museum in Hohenems schon seit 25 Jahren ist. Hier wird die historische Vielschichtigkeit Europas erlebbar. Hier wird diese zum Vergrößerungsglas, durch das aktuelle Entwicklungen wie Immigration und Integration betrachtet und begriffen werden können. In den letzten zwei Jahren reflektierten Ausstellungen die Lebenswelt der Juden im Habsburgerreich ebenso wie die jüdischen Beiträge zur globalen Musikkultur. Bis Februar 2017 werden die Museumsbestände vor Augen geführt. Wer die Gegenstände sieht, prüft zugleich die Werte des Sammelns. Was soll, ja darf übrig bleiben? Das ist eine materielle Frage. Vielmehr ist es aber eine geistige. Und ein Auftrag für ein Museum, das seinen Platz in der Mitte der Gesellschaft sieht. Die Vielzahl der weiteren qualitativ hohen Projekte wie Ausstellungen, Museums-vermittlung und Kulturtourismus-aktivitäten sowie die professionelle Einbindung der Sponsoren fördert die Kultur des Zusammenlebens und die Attraktivität des Standorts Hohenems in Vorarlberg“, lobt die Jury.

www.maecenas.at 

Filmdokumentation

Wer bin ich? Auf der Suche nach den eigenen Wurzeln

Ein Film von Bernd Seidl
29.10.2017 | 30 Min. | UT | Quelle: Das Erste
Der Film „Wer bin ich?“ ist hier online verfügbar 

Der Film „Wer bin ich?“ erzählt die außergewöhnliche Geschichte von Nachkommen einer jüdischen Gemeinde in Vorarlberg. Sie leben heute in aller Welt – und kamen im Sommer 2017 in Hohenems zusammen. Dort wurde vor 400 Jahren die jüdische Gemeinde gegründet und 1942 von den Nazis aufgelöst. Beim Treffen treten zum Teil dramatische, aber auch glückliche Familiengeschichten zutage. Der Film fragt: wie prägen Erinnerungen die Familien über Generationen hinweg? Was teilen sie, was trennt sie? Die meisten treibt die Frage an: wer bin ich – woher komme ich? Jürgen Hefel aus Bregenz und Karla Karla Galindo-Barth aus Guatemala zum Beispiel stellen beim Treffen auf dem Jüdischen Friedhof von Hohenems fest: sie sind verwandt, ihre Vorfahren haben einst hier gelebt. Neugier entsteht, es kommt zum intensiven Austausch über das eigene Leben, das unterschiedliche Schicksal der Familien. Das Treffen bringt beide auch mit den Nachkommen muslimischer Einwanderer zusammen, die heute in dieser wirtschaftlich bedeutsamen Region leben. Der Student Hayri Can ist einer von ihnen. Er hat im Jüdischen Museum in Hohenems gearbeitet und steht während des Treffens als Fahrer zur Verfügung. Er erzählt, wie sehr auch ihn die Auswanderung der Eltern geprägt haben. Nach und nach zeigt sich bei diesem außergewöhnlichen Nachkommentreffen, wie stark das Band der Herkunft noch immer ist. Der Film begleitet Jürgen, Karla und Hayri – Menschen, die ihre Wurzeln neu entdecken und fragen: Wer bin ich? Wo komme ich her? Dass da noch mehr sein musste, als sie bislang wussten, hatten sie schon vermutet.

Reunion 2017

Das Treffen der Hohenemser Nachkommen

Die Film-Dokumentation von Markus Barnay über das Nachkommentreffen: „Heimat Diaspora – Das Erbe der Juden von Hohenems“ 

Fotografische Impressionen der Reunion 

Bereits zum dritten Mal trafen sich vom 27. bis 30. Juli 2017 Nachkommen der jüdischen Familien von Hohenems zu einer Reunion in der Stadt an der österreichisch-schweizerischen Grenze. Viele ihrer Vorfahren sind schon vor langer Zeit im 19. Jahrhundert ausgewandert. Oder sie sind vor den Nationalsozialisten geflohen. Nun leben sie in Italien und in den USA, in der Schweiz, Deutschland oder auch in Australien, in Israel oder Mittelamerika, in Brüssel, London oder Paris, und manche auch noch immer in Vorarlberg. Doch für alle ist Hohenems bis heute ein wichtiger Bezugspunkt in ihrem Leben, und das Jüdische Museum ihr gemeinsames Familienarchiv.

2017 ist natürlich ein besonderes Jahr für sie. Vor vierhundert Jahren begann hier die Jüdische Geschichte der Stadt, und so kamen heuer besonders viele zu diesem Treffen: Mehr als 180 Menschen, 1 bis 91 Jahre alt, aus allen Generationen und aus allen Teilen der Welt. Gemeinsam erkundeten sie ihre eigene Vergangenheit aber auch die Gegenwart von Hohenems, wanderten in Führungen durch das Museum und das jüdische Viertel von Hohenems, und auf Spuren der Flüchtlingsrouten von 1938 am Alten Rhein, diskutierten über Familienbiographien und Weltbürgertum, über Flüchtlingselend und wachsenden Nationalismus der Gegenwart. Workshops und Musik (z.B. mit Sulzer Nachkomme Danny Blaker), festliche Anlässe und nachdenkliche Momente, ein Kaddisch auf dem Friedhof und ein Kiddusch in der ehemaligen Synagoge standen ebenso auf dem Programm, wie Exkursionen in die Berge, nach St. Gallen und auf den Bodensee. Höhepunkt des Treffens war eine 100 Meter lange weiße Tafel im Jüdischen Viertel. Der „Lunch with Locals“ ermöglichte Begegnungen mit den heutigen Bewohnern des Jüdischen Viertels und mit den engagierten Freunden des Museums. Bewegende Momente, die keiner der Teilnehmer je vergessen wird. Die Nachkommen sind Weltbürger geworden und trotzdem Hohenemser geblieben.

 

 

Aktionstage Politische Bildung

Mit Workshops und Führungen in der aktuellen Ausstellung "Die weibliche Seite Gottes"23. April bis 9. Mai 2017

Bereits zum 15. Mal finden heuer die Aktionstage Politische Bildung statt. Mit vielen Einzelveranstaltungen sowie Informations- und Beteiligungsmöglichkeiten in diversen Medien bilden sie eine bundesweite Plattform zur Auseinandersetzung mit Politischer Bildung. In allen neun Bundesländern steht eine bunte Palette von Workshops, Projekten an Schulen, Ausstellungen, Filmen, Theaterstücken, Fortbildungsveranstaltungen für politische BildnerInnen, Veranstaltungen zu Gedenktagen, Radiosendungen, Publikationen und Internetauftritten auf dem Programm.

Dienstag 2. Mai 2017 bis Dienstag 9. Mai 2017:  
Workshops für Schulklassen und Führungen in der aktuellen Sonderausstellung „Die weibliche Seite Gottes“  im Rahmen der Aktionstage Politische Bildung im Jüdischen Museum Hohenems mehr 

Alte Freiheiten von Ems

1617-2017
400 Jahre Juden in Hohenems

Im Juli 1617 trat der erste Schutzbrief in Kraft, der es zwölf Juden ermöglichte, sich in Hohenems niederzulassen und eine Gemeinde zu gründen. In den darauffolgenden 200 Jahren erfuhr der Schutzbrief für die Hohenemser Juden nicht nur unzählige Erweiterungen und Umschreibungen, er wurde auch von Kaspars Urenkel, Franz Karl, außer Kraft gesetzt und die Juden 1676 aus Hohenems verjagt – nur, um ihnen 1688 aus finanziellen Nöten die Ansiedlung mittels eines neuen Schutzbriefes erneut zu gewähren.
Der Blick in die verschiedenen abgeänderten und erweiterten Versionen des Hohenemser Schutzbriefes zeigt, wie sehr die Juden politischen Ereignissen und der Willkür der jeweiligen Herrscher ausgesetzt waren. Um solcher Willkür oder der Vertreibung zu entgehen und das Leben der Gemeinde zu entwickeln, bedurfte es der geschickten Diplomatie und des Gefühls für die Interessen der Bevölkerung und der jeweiligen Herrschaft, die nach dem Ende der Hohenemser Reichsgrafen 1758 schließlich wieder an das Haus Habsburg zurückfiel.
Das Jüdische Museum Hohenems möchte zum 400. Jahrestag des Hohenemser Schutzbriefes Einblicke in diese Abhängigkeiten gewähren. Die verschiedenen Schutzbriefe ab 1617 bezeugen die sich ändernden Intentionen der Herrscher, ebenso wie politische, soziale und kulturelle Umwälzungen von der Frühen Neuzeit bis ins 19. Jahrhundert. Diese Wandlungen spiegeln dabei auch das Bild der Juden in der jeweiligen, zeitgenössischen Gesellschaft wider.
Der Schutzbrief ist in diesem Sinne der Versuch, einer Randgruppe ihren gesellschaftlichen Ort zuzuweisen – je nach Nutzen der Mehrheitsgesellschaft. Und er wirft seinen historischen Schatten auch auf die Gegenwart: Das jüdische Leben in Hohenems nach der Emanzipation der Juden in Österreich-Ungarn 1867 ist schließlich von Abwanderung geprägt, bis die jüdische Gemeinde 1940 durch die Nationalsozialisten zerstört wurde. Die Nachkommen der Hohenemser jüdischen Familien bewahren bis heute, überall auf der Welt zerstreut, das Andenken an ihre Geschichte.

An die Ursprünge dieser Geschichte in den Hohenemser Schutzbriefen erinnert vom 3. April bis zum 31. Juli 2017 eine kleine Schau im Foyer des Museums.

Veranstaltungen im Rahmen der 400-Jahr-Feier:

Mo, 3. April 2017, 19 Uhr
19 Uhr: Eröffnung der Foyer-Ausstellung mit Umtrunk
Wie eine Jüdische Gemeinde entsteht. Juden im Spannungsfeld von Gesetz, Religion und Gesellschaft um 1600
19.30 Uhr: Vorträge und Gespräch mit Prof. Dr. Stephan Laux (Trier) und Dr. Wolfgang Scheffknecht (Lustenau) mehr 

Do, 20. April 2017, 19:30 Uhr
In der Judenstadt. Die Wiener Juden im 17. Jahrhundert
Lesung mit Claudia Erdheim (Wien) mehr 

Mi, 17. Mai 2017, 19:30 Uhr
Heereslieferungen, Schanzarbeiten, Klagelieder:
Juden im Dreißigjährigen Krieg
Vortrag und Gespräch mit Prof. Dr. Martha Keil (Wien/St. Pölten) mehr 

So, 2. Juli 2017, 11:00 Uhr
400 Jahre Hohenemser Schutzbrief – Festakt
Festvortrag von Dan Diner (Tel Aviv) und Konzert mit jüdischer Musik des Barock mehr 

Programmfolder (pdf) 

Wir danken für die Unterstützung durch:
Collini, Hohenems
American Friends of the Jewish Museum Hohenems
VKW Vorarlberger Kraftwerke AG, Bregenz
Dornbirner Sparkasse Bank AG
Tectum Spenglerei und Bauwerksabdichtung, Hohenems
Jakob Eisenstein, Eisenstein Textil, Feldkirch
Günter Bucher, Bucher Verlag, Hohenems
Österreichische Lotterien, Wien
VEM, Vorarlberger Elektro- und Metallindustrie, Feldkirch
Wirtschaftskammer Vorarlberg, Sparte Industrie, Feldkirch
Notariat Dr. Johannes Häusler, Hohenems
Steuerbüro Dr. Martin Achleitner, Hohenems
Stadt Dornbirn
Marktgemeinde Lustenau
Gemeinde Altach
Stadt Hohenems
Vorarlberger Landesregierung, Kultur
Verein zur Förderung des Jüdischen Museums Hohenems
Bundeskanzleramt – Kunst und Kultur, Wien
Bundesministerium für Bildung und Frauen, Wien

News – Maecenas Preis

Das Jüdische Museum Hohenems erhält den begehrten Maecenas Preis

Das unabhängige Wirtschaftskomitee Initiativen Wirtschaft für Kunst (IWK) vergab heuer bereits zum 28. Mal zusammen mit dem ORF den Österreichischen Kunstsponsoringpreis MAECENAS für die Förderung von Kunstprojekten. Dabei werden Unternehmen für ihr vorbildliches und erfolgreiches Engagement in Kooperation mit der Wirtschaft geehrt. Bereits zum dritten Mal wurde dieses Jahr auch ein Sonderpreis an österreichische Kulturanbieter vergeben.

Diesen Sonderpreis „Kunst & Kultur – für erfolgreiche Engagements in Kooperation mit der Wirtschaft“ erhält heuer das Jüdische Museum Hohenems. Zwei weitere österreichische Initiativen, die „Diagonale, Forum österreichischer Film“ und die „Neue Oper Wien“ erhielten Anerkennungspreise.

Gemeinsames Engagement und Verantwortung für eine gelingende zivile Gesellschaft nimmt das Jüdische Museum Hohenems seit vielen Jahren wahr. Schon 2007 wurde für die Zusammenarbeit die Firma Collini mit einem Maecenas-Preis ausgezeichnet. Aber auch mit anderen Wirtschaftsunternehmen kooperiert das Museum eng, mit der Firma Tectum in Hohenems und der Dornbirner Sparkasse, mit Eisenstein Textil in Feldkirch und mit den Vorarlberger Kraftwerken, den Österreichischen Lotterien, mit vielen Hohenemser Dienstleistungsunternehmen und nicht zuletzt mit der Hohenemser Wirtschaftsgemeinschaft.
Eine langjährige Zusammenarbeit verbindet das Jüdische Museum mit der Vorarlberger Wirtschaftskammer und den Tourismusinstitutionen in Vorarlberg. Gemeinsam engagieren wir uns für innovative Konzepte eines kultur- und geschichtsbewussten Tourismus und für einen offenen Umgang der Region mit Menschen, die zu uns kommen. Gemeinsam mit unseren Sponsoren arbeiten wir daran, das Museum zu einem Ort des zivilen Miteinanders zu machen, geprägt von der Anerkennung des „Anderen“.

Der „Maecenas“ wurde in folgenden Kategorien vergeben:
* Bestes Kunstsponsoring „Klein- und Mittelbetriebe“
* Bestes Kunstsponsoring „Grossunternehmen“ und
* Sonderpreis „Kunst & Kultur – für Kulturanbieter“.

Jurybegründung:
Ein Museum des 21. Jahrhunderts sammelt nicht einfach gerahmtes oder verglastes Gedächtnis. Das Museum ist eine Brücke zwischen Erinnerung und Engagement – also genau das, was das Jüdische Museum in Hohenems schon seit 25 Jahren ist. Hier wird die historische Vielschichtigkeit Europas erlebbar. Hier wird diese zum Vergrößerungsglas, durch das aktuelle Entwicklungen wie Immigration und Integration betrachtet und begriffen werden können. In den letzten zwei Jahren reflektierten Ausstellungen die Lebenswelt der Juden im Habsburgerreich ebenso wie die jüdischen Beiträge zur globalen Musikkultur. Bis Februar 2017 werden die Museumsbestände vor Augen geführt. Wer die Gegenstände sieht, prüft zugleich die Werte des Sammelns. Was soll, ja darf übrig bleiben? Das ist eine materielle Frage. Vielmehr ist es aber eine geistige. Und ein Auftrag für ein Museum, das seinen Platz in der Mitte der Gesellschaft sieht. Die Vielzahl der weiteren qualitativ hohen Projekte wie Ausstellungen, Museums-vermittlung und Kulturtourismus-aktivitäten sowie die professionelle Einbindung der Sponsoren fördert die Kultur des Zusammenlebens und die Attraktivität des Standorts Hohenems in Vorarlberg, lobt die Jury.

Foto v.l.n.r.:
Peter Schernhuber und Sebastian Höglinger (Diagonale), Hanno Loewy (Jüdisches Museum Hohenems), Walter Kobéra (Neue Oper Wien), Martin Traxl (ORF)

www.maecenas.at 

Aktuelle Ausstellung

Die weibliche Seite Gottes30. April bis 8. Oktober 2017

Das Jüdische Museum Hohenems stellt eine herausfordernde Frage an die monotheistischen Religionen: Kann der nach jüdischer, christlicher und muslimischer Tradition „einzige Gott“ auch anders als männlich verstanden werden? 
Die Ausstellung „Die weibliche Seite Gottes“ – ein Projekt des Jüdischen Museums Hohenems in Zusammenarbeit mit dem Museum of the Bible, Washington und dem Jüdischen Museum in Frankfurt am Main – wirft damit einen kritischen Blick auf die Gottesvorstellungen der abrahamitischen Religionen. mehr 

„Jewkbox“ in London

Unsere Ausstellung ist auf Europatournee

Unsere Ausstellung Jukebox. Jewkbox! Ein jüdisches Jahrhundert auf Schellack & Vinyl (eine Kooperation mit dem Jüdischen Museum München) ist auf Europatournee. Nach München und Frankfurt ist sie nun zu Gast im Jewish Museum London, mitten in Camden Town, der Wiege des British Pop.

Hunderte von begeisterten Gästen bei der Eröffnung am 13. Juli hatten sichtlich Spaß in unserem globalen Plattenladen und begaben sich auf Entdeckungsreise durch die jüdische Geschichte der Popmusik. Die Ausstellung ist noch bis zum 16. Oktober 2016 in London zu sehen. Von Februar bis Mai 2017 geht es weiter in Warschau, im Jüdischen Museum Polin. Und ab Juni 2017 lädt dann das Jüdische Museum in Amsterdam zur Jewkbox ein.

Dass Hohenems Ausgangspunkt dieser überraschenden Neuentdeckung der Pop-Geschichte ist, hat seinen ironischen Sinn. Mit Salomon Sulzer, der vor 190 Jahren von Hohenems nach Wien ging, um Oberkantor des neuen Stadttempels zu werden, begann die Geschichte der modernen Synagogenmusik. Und mit Sulzer trat auch der erste Star der Synagoge auf den Plan, dessen Stimme und dessen Kompositionen nicht nur von den Juden seiner Zeit, sondern auch von musikbegeisterten Nicht-Juden verehrt wurden. Hundert Jahre später waren es Kantoren und Kantorenkinder wie Joseph Schmidt und Leila Mourad, Al Jolson und Kurt Weill, Irving Berlin oder Harold Arlen, die die Tradition hinter sich ließen und mit ihren Stimmen und Kompositionen die neue Welt der populären Musik nicht zuletzt am Broadway und im Film bestimmen sollten.

Die Ausstellung ist noch bis zum 16. Oktober 2016 im Jewish Museum London  zu sehen.

Jewkbox_web

Impressionen der Eröffnung in London 
Fotos: Copyright Jon Holloway/Jewish Museum London