Wiedereröffnung am 1. Juni 2020

Liebe Freundinnen und Freunde des Jüdischen Museums Hohenems, sehr geehrte Damen und Herren,

ab dem 1. Juni 2020 sind die Türen des Jüdischen Museums Hohenems wieder für Besucherinnen und Besucher geöffnet, zu den gewohnten Zeiten von Dienstag bis Sonntag jeweils von 10 bis 17 Uhr. Selbstverständlich werden alle vorgeschriebenen Hygiene- und Sicherheitsmaßnahmen eingehalten.

Unsere Ausstellung „Ende der Zeitzeugenschaft?“ , die wir im März unterbrechen mussten, können wir nun bis 16. August verlängern. Diese ist also ab dem 1. Juni bis zum 16. August 2020 noch zu besichtigen! Die Dauer- und die Kinderausstellung sind ebenfalls wieder ab 1. Juni geöffnet, und das Museumscafé und unser schöner Gastgarten laden dann zum entspannten Verweilen und zur Kommunikation ein, selbstverständlich mit ein wenig physischem Abstand.

Die eigentlich ab Mai geplante Ausstellung „Die letzten Europäer“  ist auf Herbst verschoben, voraussichtlich wird diese am 4. Oktober eröffnet. Auch Veranstaltungen finden erst wieder im Herbst statt.

Noch unklar ist, ab wann wir wieder Gruppen zu Führungen im Haus einladen dürfen. Wenn Sie einen Gruppenbesuch im Museum vorhaben, wenden Sie sich bitte per E-Mail an unser Sekretariat: Gerlinde Fritz, office@jm-hohenems.at .

Die MitarbeiterInnen des Jüdischen Museums befinden sich derzeit größtenteils in Kurzarbeit, die Beantwortung von Anfragen kann sich daher verzögern. Wir bitten um Verständnis.

Wir freuen uns darauf, Sie ab 1. Juni wieder im Museum und im Museumscafé begrüßen zu dürfen! Bis dahin wünschen wir Ihnen alles Gute, bleiben Sie gesund!

Hanno Loewy und das Team des Jüdischen Museums Hohenems

Aktuelle Ausstellung

VERLÄNGERT bis 16. August 2020!
Eine Ausstellung des Jüdischen Museums Hohenems und der KZ-Gedenkstätte Flossenbürg, in Zusammenarbeit mit der Stiftung „Erinnerung, Verantwortung und Zukunft“ (EVZ)

Die Zeitzeugenschaft des Holocaust geht ihrem Ende entgegen. Nur noch wenige Überlebende der NS-Herrschaft können aus eigener Erfahrung sprechen – oder von jenen Menschen berichten, die im Holocaust ermordet wurden. Was bleibt, sind literarische Zeugnisse und unzählige Videointerviews der Überlebenden – sowie die Frage danach, wie wir in Zukunft mit dieser Erbschaft umgehen wollen. Grund genug, den Blick auf die Geschichte der Zeitzeugenschaft zu richten, die komplexe Beziehung zwischen Zeitzeugen und Interviewer, Medium und Gesellschaft zu erkunden.

Dabei steht die Erinnerung an die Shoah, wie sie in Interviews und Aufnahmen von öffentlichen Auftritten der Zeitzeuginnen und Zeitzeugen überliefert ist, im Fokus. Sie wird zur Erzählung – einem Trauma abgerungen und zugleich das Produkt von Beziehungen und Interessen, abhängig von ihrem jeweiligen Kontext in Politik und Gesellschaft, vor Gericht oder Schulklassen, für die Forschung, das Fernsehen oder Kino.

Die Ausstellung „Ende der Zeitzeugenschaft?“ hinterfragt die „Gemachtheit“ der Zeitzeugeninterviews und ihre gesellschaftliche Rolle seit 1945; und gibt Einblicke in die Video-Sammlung des Jüdischen Museums Hohenems, in Interviews die bislang nie gezeigt wurden.

Vorschau Ausstellung

Die letzten Europäer
4. Oktober 2020 bis Herbst 2021

Jüdische Perspektiven auf die Krisen einer Idee
75 Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs ist Europa von einem Rückfall in nationalistische und fremdenfeindliche Ideologien bedroht.
Der europäische Imperativ „Nie wieder!“ wird von Vielen in Frage gestellt, auch hier in Österreich. Zugleich entdecken Europas Nationalisten ihre eigene Fantasie vom „christlich-jüdischen Abendland“ – als Kampfbegriff gegen Zuwanderung und Integration. Die Werte der Aufklärung, die die Grundlage europäischer Verständigung nach den Katastrophen des 20. Jahrhunderts bildeten, werden in ihr Gegenteil verkehrt und so zum Mittel der Abschottung und der Ausgrenzung.

Die Zukunft der Zeitzeugenschaft

Das Jüdische Museum Hohenems lädt dazu ein, gemeinsam über die „Zukunft der Zeitzeugenschaft“ nachzudenken und zu diskutieren. Dabei stellt sich nicht nur die Frage nach einem möglichen gesellschaftlichen Vakuum, sondern auch nach einem reflektierten Umgang mit erzählter und medial bewahrter Erinnerung – wenn die Erzählenden selbst nicht mehr an diesem Prozess teilnehmen können.
Forschende aus den Geschichts-, Sozial- und Jüdischen Wissenschaften stellen sich der Frage, wie es nach dem Ableben der Zeitzeuginnen und Zeitzeugen, der Überlebenden des Holocaust, mit der Erinnerungsarbeit weitergehen soll.

 

Shoah

Regie: Claude Lanzmann | Frankreich 1974-1985 | Doku | 566 Minuten | OF mit dt. UT | Wir zeigen den Film anlässlich des 75. Holocaust-Gedenktages zur Befreiung des KZ Auschwitz-Birkenau. Dies ist eine seltene Gelegenheit, den 9,5-stündigen Film in voller Länge (mit Pausen) zu sehen. Mehr als zehn Jahre arbeitete Claude Lanzmann an dieser mittlerweile „klassischen“ und zugleich monumentalen Dokumentation der systematischen Vernichtung der europäischen Juden durch die Nationalsozialisten. Der Film zeigt kein historisches Material und setzt nicht auf optische Schocks. In langen Interviews mit Opfern und Tätern, in meditativen Bildern von den Orten des Geschehens 40 Jahre danach, zeigt der Film die Ereignisse der Vergangenheit im Spiegel der Gegenwart.

Ausstellung

24. Oktober bis 17. November 2019 | Im Rahmen eines Projekts der Architekturfakultät der Universität Liechtenstein haben 13 Studierende sich intensiv mit der Stadt Hohenems und seinem Jüdischen Museum auseinandergesetzt. Das von der Stadt Hohenems und dem Land Vorarlberg geförderte Projekt soll dazu dienen, mögliche Entwicklungsperspektiven für das Museum und den städtischen Raum, der es umgibt, auszuloten.

Europäische Sommeruniversität für jüdische Studien „Mahlzeit! Vom Sinn des Essens“

30. Juni bis 5. Juli 2019
Eine Veranstaltung der Abteilung für Jüdische Geschichte und Kultur der Ludwig-Maximilians-Universität München, des Zentrums für Jüdische Studien der Universität Basel, des Zentrums für Jüdische Kulturgeschichte der Universität Salzburg, des Instituts für Judaistik an der Universität Wien, der Professur für Judaistik der Otto-Friedrich-Universität Bamberg und der Sigi-Feigel-Gastprofessur für Jüdische Studien an der Universität Zürich – in Zusammenarbeit mit dem Jüdischen Museum Hohenems.

Ist der Mensch was er isst? – Nicht nur in der jüdischen Geschichte hat das Essen immer eine hochsymbolische und identitätsstiftende Dimension gehabt. Das gilt nicht nur für religiöse Speisegebote, ethnische Spezialitäten, lokale Traditionen oder migrantische Identitätsangebote. Über Speisen und Getränke werden nostalgische Erinnerungsgemeinschaften gestaltet, aber es wird auch individuell Zugehörigkeit und Differenz zum Ausdruck gebracht.

Die Gesetze der Kaschrut haben die Phantasien von Juden wie Nichtjuden dabei zu vielfältigen Spekulationen angeregt, über Symbole des Zusammenlebens und Gesundheit, Ernährungsphysiologie und religiöse Glaubensinhalte. Und sie haben Gegenbewegungen, auch im Judentum selbst, nach sich gezogen, bis zur bewussten Brechung der Speisegesetze als politisches Statement. Gleichzeitig erscheint es schwer, von einer „jüdischen Küche“ zu sprechen, eher von einem jüdischen Twist in der arabischen oder osteuropäischen, amerikanischen, persischen oder italienischen Küche.

Die 11. Europäische Sommeruniversität für Jüdische Studien Hohenems wird vom 30 Juni bis zum 5. Juli 2019 – in gewohnt breiter interdisziplinärer Perspektive – den sozialen, wirtschaftlichen, religiösen und kulturellen Bedeutungen von Speisen und Lebensmitteln nachgehen, ihrer Tradierung durch Kochbücher und mündliche Überlieferung, ihrem Handel und ihrer – oftmals als „Frauenarbeit“ definierten und zugleich männlich kontrollierten – Herstellung, ihren vielfältigen Symbolwelten und ihrer Alltagspraxis in unterschiedlichen Gesellschaften.


Öffentliche Vorträge im Rahmen der Sommeruniversität:

So 30. Juni 2019, 14.30 Uhr
Awi Blumenfeld (Wien):
Ma nishtana… was ist der Unterschied…?
Gedanken über Essen, Juden und den kleinen Unterschied! mehr 

So 30. Juni 2019, 20.00 Uhr
Ellen Presser (München):
Heymisches Essn, Loizelach und Majselach rund um die Polnisch-jüdische Küche mehr 

Di 2. Juli 2019, 20.00 Uhr
Michael Wex (Toronto):
Who Says it has to Taste Good. How Food Becomes Jewish mehr 

Do 4. Juli 2019, 20.00 Uhr
Smadar Sheffi (Tel Aviv)
Fusion. Representation of Food in Israeli Art as Signifier of Myth and Identity mehr 

Alle Vorträge finden im Salomon Sulzer Saal, Schweizer Str. 21, in Hohenems statt.

Mehr Information zur Sommeruniversität 

Kooperation mit dem Vorarlberger Landestheater

Ausgehend von Fritz Hochwälders DER FLÜCHTLING beschäftigt sich das Vorarlberger Landestheater im Begleitprogramm mit den historischen Fluchtereignissen in Vorarlberg und deren Nachwirkungen, wie auch mit aktuellen Fragestellungen zum Thema Flucht.
In Zusammenarbeit mit dem Jüdischen Museum Hohenems, der Caritas Vorarlberg und der Arbeiterkammer Vorarlberg.

Das gemeinsame Programm mit dem Jüdischen Museum Hohenems:

Grenzsteine erzählen
Im T-Café und Parkettfoyer des Vorarlberger Landestheaters
Hörstationen mit Berichten von Zeitzeugen, deren Flucht während des Nationalsozialismus über die Grenze Vorarlbergs in die Schweiz führte. Im T-Café und Parkettfoyer des Vorarlberger Landestheaters. Zugänglich zu den Öffnungszeiten an Vorstellungstagen, also noch bis Freitag, 21. Juni 2019.

Di, 4. Juni 2019, 19.30 Uhr
Diesseits der Grenze. Lebensgeschichten aus den Akten der Fremdenpolizei
T-Café Lesung und Gespräch mit Gabriel Heim
Spurensuche in den Archiven der Basler Fremdenpolizei 10 Schicksalswege aus dem 20. Jahrhundert – spannend wie ein Roman mehr 

Sa, 22. Juni 2019, 15-17 Uhr
Grenzfahrt am Alten Rhein – Dialogführung per Fahrrad
Die Entstehung und wechselvolle Geschichte der Grünen Grenze am Alten Rhein stehen im Mittelpunkt unserer Fahrradtour entlang des Flusslaufes. An mehreren Stopps bringen wir die Landschaft diesseits und jenseits des Alten Rheins zum Erzählen – von geglückten und gescheiterten Fluchten, von Widerstand und Kollaboration, von Fluchthelfern und Deserteuren wird die Rede sein. mehr 

Im Begleitprogramm des Vorarlberger Landestheaters ÜBER GRENZEN, aus Anlass von Fritz Hochwälders Der Flüchtling. 

Alte Freiheiten von Ems

Zweite Ausgabe der Zeitung des Jüdischen Museum Hohenems erschienen

Die jährliche Zeitung des Jüdischen Museums Hohenems, deren Titel auf eine jiddisch/hebräische Notiz auf dem erhaltenen Schutzbrief von 1617 anspielt, berichtet jährlich über wichtige Dimensionen unserer Museumsarbeit. Die 2. Ausgabe von 2018 enthält Reden, Berichte und eine fotografische Dokumentation des großen Nachkommentreffens von 2018 und zahlreiche Familiengeschichten der Hohenemser Nachkommen in aller Welt, am Beispiel der Brunners und Rosenthals, Kahns und Hirschfelds, Burgauers, Sulzers und Landauers. Die Zeitung kann gegen Übernahme der Versandkosten beim Museum bestellt werden.

Alte Freiheiten von Ems

Zweite Ausgabe der Zeitung des Jüdischen Museum Hohenems erschienen

Die jährliche Zeitung des Jüdischen Museums Hohenems, deren Titel auf eine jiddisch/hebräische Notiz auf dem erhaltenen Schutzbrief von 1617 anspielt, berichtet jährlich über wichtige Dimensionen unserer Museumsarbeit. Die 2. Ausgabe von 2018 enthält Reden, Berichte und eine fotografische Dokumentation des großen Nachkommentreffens von 2018 und zahlreiche Familiengeschichten der Hohenemser Nachkommen in aller Welt, am Beispiel der Brunners und Rosenthals, Kahns und Hirschfelds, Burgauers, Sulzers und Landauers. Die Zeitung kann gegen Übernahme der Versandkosten beim Museum bestellt werden.